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Die Botschaft der Christen kommt an. Eben noch unscheinbare Randgruppe des Judentums,
verbreitet sie sich in wenigen Jahrzehnten im ganzen Römischen Reich. "In der
Welt, aber nicht von der Welt"; der Staat wird mißtrauisch. Wilde Gerüchte gehen
um von Ritualmord und Geheimbündelei. Als sich die Christen dem offiziellen
Kaiserkult verweigern, werden sie in mehreren Wellen verfolgt. Viele sterben
den Märtyrertod. - In den ruhigen Phasen findet die junge Kirche festere Formen
für Taufe und Abendmahl, Diakonie und Liturgie. Schriftsteller verteidigen sie
gegen Angriffe, philosophisch gebildete Theologen deuten die Glaubensgeheimnisse.
- Kaiser Konstantin reißt das Ruder der römischen Politik herum. Das Christentum
erhält die volle Freiheit, sich zu entfalten. Der Kaiser traut ihm die Kraft
und die Rolle zu, das von seinen Widersprüchen zerrissene Reich wieder zu einen.
Die Kirche wird zur "Jedermannskirche" und hat nun große Möglichkeiten, die
Gesellschaft zu gestalten. Jetzt muß sie aber auch immer wieder Kompromisse
schließen, die ihre eigentliche Botschaft verdunkeln. Die Bischöfe verstehen
sich als Nachfolger der Apostel und beanspruchen deren Autorität. - Kaiser Konstantin
verlegt seine Hauptstadt in das griechische Byzanz am Bosporus. Konstantinopel
wird das zweite Rom. Im ganzen Reich entstehen großartige Kirchenbauten, die
den Sieg des Christentums über die Heiden zum Ausdruck bringen. Einzelne Christen
ziehen sich in die Einsamkeit, abseits von den Versuchungen und Ablenkungen
der "Welt". Einige schließen sich zu klösterlichen Gemeinschaften zusammen.
- Die theologische Durchdringung des Glaubens macht große Fortschritte. Vor
allem geht es um die Natur Christi und das Geheimnis der Dreifaltigkeit. Mehrfach
ruft der Kaiser die Bischöfe des Reiches zu einem Konzil zusammen und zwingt
sie, sich zu einigen. Er selbst wahrt Distanz. Erst auf dem Sterbebett läßt
er sich taufen. |