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Germanische Völker überrennen die Grenzen des Römischen Reiches. Dabei übernehmen
die das Christentum. Im Osten wird die Kirche mehr und mehr "Reichskirche" unter
der Kontrolle des Kaisers. Im Westen gewinnt der Bischof von Rom eine Vorrangstellung.
Mit wachsendem Selbstbewußtsein fordert er die oberste Gewalt der Lehre und
Rechtsprechung in der Kirche. Damit vertieft sich der Gegensatz zwischen Ost
und West. - Auf dem Monte Cassino gründet Benedikt von Nursia ein Kloster. Mit
Gebet und Arbeit sollen die Mönche den Tag verbringen. Die Idee macht Schule.
Benediktinerklöster werden die wichtigsten Kulturträger des Abendlandes. - Zu
Anfang des 7. Jahrhunderts taucht aus dem arabischen Raum eine neue Religion
auf. Auch sie versteht sich als Offenbarung des einen Gottes und entwickelt
einen enormen Expansionsdruck. In kürzester Zeit erobert der Islam den vorderen
Orient, den Balkan und dringt über Afrika bis Spanien vor. Erst die Franken
können ihn aufhalten. Sie haben in West- und Mitteleuropa ein stabiles Reich
etabliert und nehmen das römische Christentum an. In enger Verbindung mit dem
Papst organisiert der angelsächsische Mönch Bonifatius die fränkische Kirche.
Als der Karolinger Pippin nach der Königsmacht greift, leistet ihm der Papst
wichtige Schützenhilfe. Dafür übernimmt der König den Schutz und das Wächteramt
über die Kirche. Sein Nachfolger Karl führt zahlreiche Eroberungskriege gegen
die germanischen Stämme und unterwirft sie dem Christentum. Am Weihnachtsabend
des Jahres 800 läßt er sich in Rom von Papst Leo III. zum Kaiser krönen, ein
Schritt von welthistorischer Bedeutung. Die Wiederbelebung des römischen Kaisertums
symbolisiert den Fortbestand des antiken Imperiums. Mit dem Pakt zwischen geistlicher
und weltlicher Macht entsteht ein problematisches Wechselspiel der Interessen,
das in den nächsten Jahrhunderten für Spannung sorgt. |