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06. Februar 2000
Maschinen und Menschen
Christentum und Industrielle Revolution
Buch:
Thomas Riedelsheimer
Regie:
Thomas Wartmann
Redaktion:
Uwe Mönninghoff
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Die
Romantik träumt sich in ein legendäres Mittelalter zurück. Die katholische Kirche
mit ihren Bräuchen und sinnenfrohen Inszenierungen kommt wieder in Mode, zumindest
bei Künstlern und Literaten. Sie trauert jedoch den verlorenen Privilegien nach
und sieht im Streben der Völker nach Demokratie und nationaler Unabhängigkeit
gefährliche Entwicklungen. Darwins Entdeckung der Evolution ist für viele Christen
ein Schock. Der Mensch, das "Ebenbild Gottes", in gemeinsamer Ahnenreihe mit
Einzellern und Schimpansen? Das ist schwer zu verkraften. Wissenschaft und Glaube
erscheinen als unversöhnliche Gegensätze. Der Atheismus, früher eine gefährliche
Verrücktheit am Rande - wird jetzt zur selbstverständlich lebbaren Alternative.
- Säkulare Regierungen versuchen, die Kirche aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen.
In Preußen kommt es zu einem Kulturkampf, aus dem die katholische Kirche jedoch
mit neuer Geschlossenheit und gewachsenem Ansehen hervorgeht. - Das unabhängige
Italien beseitigt den Kirchenstaat. Schmollend vergräbt sich der Papst hinter
den Mauern des Vatikans. - Die wirklichen Probleme der Zeit liegen woanders.
Die Dampfmaschine löst eine industrielle Revolution aus. In den explosiv wachsenden
Städten sammeln sich entwurzelte Menschen. Ihre Suche nach Lebenssinn bleibt
lange ohne Antwort. Die Kirchen sind blind für das Elend der Arbeiterschaft.
Marxismus und Sozialdemokratie bieten ideologischen Ersatz. Einzelne Christen
übernehmen jedoch Verantwortung. Heinrich Wichern, Adolf Kolping oder Bischof
Ketteler in Mainz kämpfen gegen die Not und für die Rechte der Arbeiter. Erst
die Sozialenzyklika Leos XIII. versucht einen großen Entwurf für die Neuordnung
der Gesellschaft. Die europäischen Kolonialmächte gebärden sich als Heilsbringer
der Welt und versuchen, sich gegenseitig zu verdrängen. Am Horizont steigen
düstere Wolken auf. |