2000 Jahre Christentum

 

Folge 1

7. November 1999

Von Jesus zu Christus

Eine jüdische Sekte wird Weltreligion

 

Buch: Ulrich Harbecke

Regie: Georg Graffe

Redaktion: Uwe Michelsen

 

Feuer in der Kathedrale von Turin. Hektische Versuche, zu löschen und zu retten. Aber offenbar geht es nicht um das kostbare Bauwerk, sondern um den Inhalt dieses Schreins. Er enthält das Grabtuch von Turin, eine Reliquie von unschätzbarem Wert und einer der merkwürdigsten Gegenstände der Weltgeschichte.

1. (30")

Klammermaterial WDR vom Brand der Turiner Kathedrale und Rettung des Grab- tuches. Feuerwehrspezialisten zerschlagen mit schwerem Werkzeug das Panzerglas eines Schreins und retten das Grabtuch vor den Flammen.

Im Jahr 1898 fotografiert der Italiener Secondo Pia das sogenannte "Grabtuch von Turin". Als er das Negativ aus der Entwicklerschale hebt, macht er eine verblüffende Entdeckung: Das Negativ ist ein - Positiv.

2. (20")

Altertümliche Dunkelkammer in rotem Licht mit Blechwanne. Foto oder Glasplatte wird aus einer Flüssigkeit genommen. Auf einem großformatigen Negativ erscheint
das Gesicht vom Turiner Grabtuch. Hände heben es heraus. (Ticken einer Uhr)

Mit anderen Worten: Das Abbild jenes geheimnisvollen Leichnams auf dem Tuch, mit den Wunden einer Kreuzigung, dieses Abbild ist ein fotografisches - Negativ.

(Tropfen machen die Stille hörbar)

1998. Die Ausstellung des Grabtuchs von Turin lockt Millionen Pilger an. Sie nehmen die Strapazen der Reise und tagelanges Warten in Kauf, um einen Blick auf einen Gegenstand zu werfen, der zu den rätselvollsten Besitztümern der Menschheit gehört. Eine eigenständige Wissenschaft fragt sich nach Alter und Echtheit der Reliquie und vor allem, wie das Bild in das Tuch gelangt sein könnte. Ist es das Leichentuch Jesu? Zeigt es ein Abbild, mehr noch, eine Art Fotografie dessen, von dem wir sonst nichts Originales in Händen halten, keinen Gegenstand, den er gebraucht, keine Zeile, die er geschrieben hätte? Dabei gab es kaum einen Menschen, der wie er die Weltgeschichte beeinflußt hat. Milliarden Christen halten ihn für den Sohn Gottes und Erlöser der Welt. Hier vor dem Turiner Tuch fühlen sie sich für wenige Minuten als Zeitgenossen dieses geheimnisvollen Menschen. Eine zweitausendjährige Vergangenheit wird für sie, die Glaubenden, zur zweitausendjährigen Gegenwart.

3. (60")

Klammermaterial: "Die großen Rätsel". Turin 1998. Warteschlange. Pilgerstrom besichtigt das Grabtuch. Gesichter (groß). Wächter, Ordner, Geistliche. Zuletzt: Gesicht des Tuches (groß)

Am Anfang der christl. Religion keine Lehre sondern ein Leben, das unauslöschliche Spuren hinterlassen hat...

4. (20")

(Musikakzent) Mann (Jesus) geht durch Wüste. Lange Brennweite. Gegenlicht. Flimmernde Luft. Umschnitt Füße nah. (Windgeräusch)

Text: Palästina im Jahr 0: Die Welt in die Jesus geboren wird. Historische Charakterisierung. Juden, Römisches Reich, Kaiser Augustus, König Herodes. Der Neubau des Tempels. Der Tempel als Mittelpunkt der jüdischen Religion. Charakterbild des Herodes.

5. (120")

Karte: das römische Weltreich. Zufahrt auf Jerusalem innerhalb der Karte. Durchblende in dynamische Hubschrauberannäherung in Richtung Tempelberg. Der Tempelberg heute. Reste der herodianischen Anlagen. Klagemauer. Betende Juden. Das Herodion (die Burg des Herodes in der Nähe von Bethlehem), Massada mit dem Palast des Herodes. Menschengewühle in der Jerusalemer Altstadt

Text: nach dem Lukasevangelium begaben sich die Eltern Jesu von Nazareth nach Bethlehem wegen einer von Kaiser Augustus durchgeführten Volkszählung.

6. (20")

Hubschrauberflug über Judäische Wüste

Text: Weil sie nicht in einer Herberge unterkommen, wird das neugeborene Kind in einem Stall auf Stroh gebettet. Geburtstermin wahrscheinlich vier Jahre früher. Eine kleine Grotte in Bethlehem wird als Geburtsstätte verehrt.

7. (45")

Beduinenpaar mit Esel Unterwegs. Bethlehem. Geburtsgrotte

Mit etwa 28 Jahren verläßt Jesus seine Vaterstadt und wandert am Ufer des Sees von Galiläa. Hier spricht er zu einfachen Leuten, zu Fischern und Handwerkern. Er sagt: "Bekehret euch, denn das Himmelreich ist nahe. Kommt, folgt mir nach. Ich will euch zu Menschenfischern machen."

8. (40")

Uferzone des Sees Genezareth. Morgennebel auf dem Wasser. Fischerboote.

Hände (groß) ziehen ein nasses Netz in ein Boot.

Von sich selbst spricht er in Bildern und Begriffen, die das Rätsel seiner Person nicht auflösen, aber es sind freundliche Bilder, und sie stammen aus der Lebenswelt der einfachen Leute:

"Ich bin der gute Hirte. - Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. - Ich bin das Brot des Lebens. - Ich bin das Licht der Welt."

9. (15")

Predigtszene: Orientalische Gesichter (groß), auch häßliche, vernarbte, die einer Stimme lauschen.

"Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich. Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land besitzen. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden....

 

Die Szene öffnet sich. Abendstimmung. Die Menschen sitzen um ein Feuer. Nicht weit Hütten oder Zelte. Die Kamera fährt über Gruppen von Zuhörern. Sie bewegt sich im Hintergrund. Die Leute sind nur im Anschnitt zu sehen. (Leises Windgeräusch)

Die Leute hören ihm zu. Sie staunen über seine Worte, aber mehr noch staunen sie über ihn. Er ist Jude wie sie. Er lehrt in den Synagogen, und doch ist ein neuer Ton in dem, was er sagt.

10. (15")

Wüstenlandschaft. Bizzarre Felsformationen. Sanddünen. Trockene Schluchten. Abendlicht. Ein Schatten wandert, von der Kamera begleitet. Fußspuren im Sand. Durchblende in Totale von Jerusalem.

Die Pharisäer - die pünktliche Religion. Der Buchstabe zählt. Sie suchen das Heil in der genauen Beachtung aller Gesetze und Reinheitsgebote. Jesus achtet das Gesetz, aber er stellt es nicht über den Menschen, sondern unter das Gebot der Liebe Gottes.

11. (60")

(Es folgt ein Kapitel über die Welt des Judentums zur Zeit Jesu): Orthodoxe Juden in Mea Shearim. Betende an der Klagemauer. Vorbeifahrt an einer aufgewickelten Thorarolle, die ausgebessert wird.

Sadduzäer- die einträgliche Religion. Die Priester und Mitgliedern der Tempelkaste, leben einträglich von Wallfahrt und Opfersteuer und haben sich mit der römischen Besatzung arrangiert. Die ausgegrabene Wohnung in Jerusalem zeigt den Lebensstandart der Priesterkaste, die dem der römischen Oberschicht nicht nachstand.

11 a. (30")

Ausgegrabene Wohnung eines Hohepriesters in Jerusalem

Zeloten - die politische Religion. Sie versuchen, mit Überfall und Aufruhr die römische Besatzungsmacht zu bekämpfen. Einer aus dieser Gruppe gehört zu den engsten Begleitern Jesu. Sein Name ist - Judas.

11 b. (30")

Straßenszenen in Jerusalem. Inszenierung: Hände stecken einen Dolch in den Gürtel, umklammern den Griff.

Essener - die verinnerlichte Religion. Weitab, am Ufer des Toten Meeres leben ihre Anhänger in klosterähnlicher Abgeschiedenheit. Sie studieren die alten Schriften und erwarten das Heil vom Rückzug in eine radikale Gegenwelt. Zweitausend Jahre später wird man eine ganze Bibliothek ihrer Schriften in den Höhlen von Qumran finden.

11 c. (40")

Landschaft am Toten Meer, Ruinen von Qumran. Höhlen.

Text: Menschen wie die Essener lebten in Erwartung des Messias etc. Vielleicht gehörte auch Johannes der Täufer zu dieser Gruppe. Er predigt das Ende aller Tage und reinigt die Menschen symbolisch von ihren Sünden. Auch Jesus läßt sich von ihm taufen.

11 d. (45")

Inszenierung (vorhanden) Mann in Lumpen (Johannes der Täufer)zieht durch Wüste. Jordan (dokumentarisch) und Inszenierung Taufe: (noch drehen).

Palästina ist in jenen Jahren ein unruhiges Land. Es gibt Hunger und Elend. Radikale Gruppen wagen immer wieder Aufstände gegen die römischen Besatzer. Diese antworten mit grausamen Strafaktionen. Viele Juden verlassen das Land und siedeln in den großen Städten des Reiches. Nicht wenige erwarten das nahe Ende der Welt.

Auch Jesus verkündet die Umwälzung des Bestehenden und das nahe Gottesreich. Die ihm folgen, setzen auf ihn ihre Hoffnungen und Träume. Manche sehen in ihm den Messias, den von Gott gesandten König, der die Römer vertreiben und das alte jüdische Reich wiederherstellen werde.

13. (40")

Straßenszenen. Menschenmassen im arabischen Viertel in Jerusalem. Leichte Verfremdung durch Slow-Mo.(Langsam anschwellendes Geräusch einer großen und erregten Menschenmenge.)

Text: Die Geldmacherei mit dem Glauben ist Jesus ein Dorn im Auge. Die Bibel erzählt, daß er die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel vertrieben hat. Er bringt die mächtige Priesterkaste gegen sich auf.

12. (15")

Ein grober Tisch wird gestürzt. Antike Münzen fallen in extremer Zeitlupe zu Boden. (Aufschrei einer entfernten Menschenmenge. Geräusch der ausrollenden Münzen ganz nah.)

 

Text: Ein Komplott gegen Jesus wird geschmiedet. Es ist die Zeit des Pessahfestes

14. (30")

Jerusalem Morgenstimmungen. leere Stadt.

 

Text: An dieser Stelle verehren Christen die Stelle, an der sich das letzte Abendmahl zugetragen haben soll.

15. (30")

Zionsberg. "Coenaculum" und Kerzen

 

Text: Das Abendmahl ist das Pesahmahl, das die Juden auch heute noch feiern. Es erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten etc

16. (60")

Jüdisches Pessahfest in der Gegenwart. Ein jemenitischer Rabbi im Kreis seiner
Familie und Freunde. Er segnet den Wein und bricht das Brot.

 

Text: Gethsemane, die biblische Schilderung. Jesus fühlt sich verlassen. Todesangst. Die Bibel betont die Menschlichkeit Jesu.

17. (50")

Garten Gethsemane: alte Olivbäume. Kamerafahrt gegenlichtig. Kirche der Nationen innen. Vorbeifahrt am Stein, auf dem Jesus der Überlieferung nach betete.

 

Text: die Rolle des Judas

18. (20")

Durchblende in Inszenierung: Judaskuß und Jesus wird verhaftet.

Text: der römische Statthalter muß Jesus verurteilen. Die Stelle, an der die Gerichtsverhandlungen stattfanden, ist noch heute zu sehen.

19. (20")

Verurteilungsplatz: römisches Pflaster in der Kirche der Schwestern Zions.

 

Text: Pontius Pilatus verurteilt Jesus zum Tod. Nach der biblischen Überlieferung beugt sich Pontius Pilatus dem Druck der Menge.

20.(10")

Inszenierung: Hände (groß) waschen sich in einer Schale. (Geräusch der
Wassertropfen ganz nah)

 

Text: Jesus wird öffentlich ausgepeitscht. Die römischen Soldaten spielen um seine Kleider. Die Brettspiele der Römer sind bis heute zu sehen.

21. (15")

Römisches Pflaster mit Spielstein

Text: Versenkung in das Leiden Jesu. Die Kreuzigung war die grausamste Strafe, die die römische Besatzungsmacht verhängte.

22. (30")

Pilger auf der Via dolorosa.

Text: Erklärung der Kreuzigung

23. (40")

Rockefeller-Museum Jerusalem dokumentarisch: Fersenknochen mit Nagel: einziger archäologischer Nachweis einer Kreuzigung.

Es ist Freitag, der in diesem Jahr auf das jüdische Passahfest fällt. Drei Uhr mittags. Jesus von Nazareth ist tot.

24. (15") bereits gedreht:

Inszenierung: (Hallende Hammerschläge). Suchende Kamera. Sie erfasst einen
schweren Holzbalken, der frisch in den Boden versenkt worden ist. Das Bild erstarrt. Ein dünner Blutfaden läuft von oben ins Bild.

Seine Begleiter fliehen entsetzt und verstecken sich. Sie haben Angst, ebenfalls ergriffen zu werden.

In den nächsten Stunden und Tagen stehen sie vor einer furchtbaren Frage: Wer war dieser Jesus wirklich? War er ein Schwindler - wie vor ihm schon viele andere? Ist mit diesem Tod alles zu Ende?

25. (15")

Dramatischer Gewitterhimmel

Am dritten Tag besuchen Frauen das Grab. Es ist leer. Unglaubliche Gerüchte verbreiten sich. Einzelne berichten, sie seien ihm begegnet. Niemand weiß, was wirklich geschah. Nur soviel ist sicher: Da sind plötzlich Menschen, die es glauben, gegen alle Erfahrung und Vernunft.

26. (20")

leeres Felsengrab bei Jerusalem.

Text: Tod und Auferstehung Jesu wird das zentrale Mysterium ihres Glaubens. Daher ist die Leidens-und Auferstehungsstätte der heiligste Ort der Christenheit.

27. (30")

Durchblende: Jerusalem Totale in Abendstimmung mit Grabeskirche. Grabeskirche außen.Kreuz mit Kristall auf der Kuppel.

Text: Wo war Golgatha? Der Ort lag zur Zeit von Jesus tatsächlich außerhalb der Stadtmauern.

28. (50")

Golgatha innerhalb der Grabeskirche. Untersichtige Kamerafahrt auf Jesusdarstellung. Der Golgathastein mit Pilgern.

Text: Wo wurde Jesus bestattet.

29. (60")

Grabeskirche innen: Kamerafahrt in Richtung Grab.Die Grabkapelle. Innen: das Grab selbst.

Text: Freude über die Auferstehung. Osterfest als zentrale Feier der Christen.

30. (30")

Auferstehung: Bilder von orthodoxer Osterfeier. Zuletzt: Menschen, die brennende Kerzen halten. Verzückte Gesichter.

Es ist der Ur-Sprung einer neuen Religion. Noch ist sie nur eine Bewegung innerhalb des Judentums, aber der Auferstehungsglaube wird sie ihm Zug um Zug entfremden. Dieser Glaube ist weder sachlich noch historisch zu begründen. Historisch greifbar ist nur die Wirkung, die er hat.

31.(20")

Mann in der Wüste (wie am Anfang). Lange Brennweite.

Die Anhänger Jesu sind Juden wie er. Sie leben nach dem jüdischen Gesetz, besuchen die Synagoge und nehmen teil am offiziellen Kult. Und doch gibt es einen wesentlichen Unterschied. Für sie ist er der - "Gesalbte Gottes", der seit langem erwartete Messias der Endzeit. Sie erwarten die baldige Rückkehr ihres Meisters und vertreten ihre Überzeugung in aller Öffentlichkeit.

32. (30")

Gruppen orthodoxer Juden am Pessahfest vor der Klagemauer.

Aber es gibt keinen Frieden in Jerusalem. Die "Jesus-Bewegung" ist eine ständige Provokation für die herrschenden Gruppen des Judentums. Sie hat ihre größten Erfolge unter den sogenannten "Hellenisten". Das sind Juden, die sich dem Einfluß der griechischen Sprache und Kultur geöffnet haben.

33. (20")

Klotzige Mauern. Kanten. Brüche.

Der Tempel ist für sie nicht mehr Ort und Bauwerk als die kultische Mitte ihres Volkes. Er hat nur noch symbolische Bedeutung. Er vergeistigt sich zum Begriff, zum Sinnbild, das für neue Deutungen offen ist. - Eine solche bietet der Christusglaube. Er löst viele Probleme, die die modernen und weltoffenen Juden mit ihrer Tradition haben. Für sie als verachtete Randgruppe bedeutet er eine neue und unmittelbare Beziehung zu Gott. Und er gibt ihrem persönlichen Leben einen neuen Sinn.

34. (30")

Modell des Herodianischen Tempels.

Anführer dieser "Hellenisten" in Jerusalem ist ein junger Mann namens Stephanus. Er stellt sich so öffentlich und mutig auf die Seite des neuen Glaubens, daß ihm die Traditionalisten nach dem Leben trachten.

35.(10")

Gesicht eines jungen Predigers. Abendsonne.

In einem Akt von Lynchjustiz wird er gesteinigt. Drei Jahre nach der Kreuzigung Jesu hat die junge Gemeinde ihren ersten Märtyrer. - Weitere "Abweichler" werden verfolgt, einzelne verhaftet und hingerichtet, darunter auch Jakobus, der "Herrenbruder" und Vorsteher der Gemeinde. Nicht wenige fliehen in benachbarte Provinzen, nach Samaria und Judäa, wo sie neue Gemeinden gründen.

36. (10")

Hände (groß) greifen nach Steinen. (Anschwellendes Geräusch einer erregten Menschenmenge. - Plötzliche Stille.) Ein Mann (starke Untersicht / Gegenlicht)
dreht sich in extremer Zeitlupe und stürzt zu Boden. - Staub steigt auf.

Damit stehen die frühen Christen vor einer Grundsatzfrage, und es wird heftig darum gestritten: Muß man Jude sein, um Christ zu werden? Muß man sich beschneiden lassen und die Reinheitsgebote halten, damit die Taufe wirksam wird? Oder wendet sich die Botschaft unmittelbar an alle Menschen, gleich welcher Herkunft?

37. (20")

Belebte Gasse (in Jerusalem). Menschen unterschiedlicher Rasse strömen auf die Kamera zu und an ihr vorbei.

Um das Jahr 48/49 versammeln sich die Apostel in Jerusalem, um diesen Punkt zu beraten. Es ist das erste Konzil der christlichen Geschichte, und die Meinungen prallen hart aufeinander. Petrus sagt das entscheidende Wort: Gott gibt allen Menschen, die sich zu ihm bekennen, den Heiligen Geist. Wenn er keinen Unterschied macht, so fragt er die Versammlung, warum sollten wir ihn dann machen?

38. (30")

Jerusalem?

Es ist eine Entscheidung von größter Tragweite. Ohne sie bliebe die neue Bewegung eine innerjüdische Sekte. Da sie sich jetzt aber zur Welt hin öffnet, öffnet sich ihr die Welt.

39. (10")

Schwenk von Stadttotale in den Himmel

Die Apostel zerstreuen sich und missionieren für die neue Botschaft. Nach der Überlieferung predigt Andreas in Griechenland, Bartholomäus in Indien, Mesopotamien und Armenien. Johannes lebt in Kleinasien. Matthias missioniert in Äthiopien. Petrus geht nach Rom.

40. (20")

Am See von Genezareth. Jemand wirft kleine Steine ins Wasser. Die Wellen breiten
sich kreisförmig aus. Darunter erscheint eine Übersichtskarte des Römischen Reiches. Lichtflecken markieren die christlichen Zentren.(Geräusch der fallenden Steine)

Text: In der Nähe von Damaskus bekehrt sich ein Mann zum Christentum, der für die Geschichte von größter Bedeutung sein wird.

41. (15")

Kamera fährt über die Karte nach Damaskus. Durchblende in Inszenierung. Mann geht durch Wüstenlandschaft. Bleibt stehen. Augen ganz nah. Gegenschnitt auf die Sonne.

Hier, auf der Straße nach Damaskus "umleuchtet ihn plötzlich ein Licht vom Himmel, und er fällt auf die Erde". Er hört eine Stimme: "Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?"

42. (10")

Gemälde: Die Bekehrung des Saulus von Michelangelo (Vatikanische Kapelle, nicht Museum)

Er stammt aus Tarsus in Cilicien, im Süden der heutigen Türkei. Er ist Sohn jüdischer Eltern, spricht griechisch, hat in Jerusalem das jüdische Gesetz studiert und besitzt das römische Bürgerrecht. Von Beruf ist er Zeltmacher. - Als gesetzestreuer Pharisäer sind ihm die Christusbekenner ein Dorn im Auge. Er beteiligt sich aktiv an ihrer Verfolgung und ist auch bei der Steinigung des Stephanus zugegen. Was da geschieht, ist ganz in seinem Sinne.

43. (30")

Tarsus in Cilicien (Auswertung: Imhoff-Film "Auf den Spuren des Hl. Paulus

Das Erlebnis bei Damaskus verwandelt ihn. Was wirklich geschah, ist für historische Forschung nicht greifbar. Nur die Wirkung läßt sich beschreiben. Vom Augenblick seiner Bekehrung an, wird Paulus zum glühenden Prediger des neuen Glaubens an Jesus, den Auferstandenen. Er trägt jetzt nur noch seinen zweiten Namen Paulus "der Kleine", "der Geringe", aber er rechnet sich zu den Aposteln.

44. (20")

Füße nah, auf steinigem Bergpfad, durch Wüstensand, an der Küste des Mittelmeeres. Dann vom Schiff aus rechts kleinasiatische Riffküste

Er selbst ist beseelt von dem Gedanken, den neuen Glauben im ganzen Römischen Reich bekannt zu machen. Seine Missionsreisen führen ihn zunächst in die Metropolen Kleinasiens. Dann betritt er in Neapolis, dem heutigen Kavalla, zum ersten Mal den Boden Europas.

45. (30")

Dokumentarisch, heute: Neapolis. Hafen. Ein Schiff legt an.

Vor den Toren der Stadt Philippi spricht Paulus zu Frauen, die sich an einem kleinen Fluß versammelt haben. Unter ihnen ist Lydia, eine Purpurhändlerin. Sie läßt sich taufen, zusammen mit ihrer Familie. -

46. (30")

Taufplatz am Gaggitas. Lebhaftes Wasser, in steinerne Stufen gefaßt.

Aber es gibt auch Schwierigkeiten. Man verhaftet ihn als Unruhestifter und wirft ihn in den Kerker. In den nächsten 30 Jahren reist er unermüdlich von Stadt zu Stadt, um den Gott zu verkünden, der zum Menschen "heruntergekommen" und von den Toten auferstanden ist. Er scheut kein Hindernis und keine Gefahr. Er fürchtet weder staatliche Autoritäten noch aufgebrachte Gegner. Sein Leben wird ein einziger Abenteuerroman.

47. (50")

Ruinenfeld von Philippi. Paulus-Kerker.

Er gründet neue Gemeinden. Er ist wie besessen von seiner Aufgabe, denn er rechnet fest mit der unmittelbaren Wiederkehr Christi. Bis dahin soll jeder von ihm erfahren haben. Aber bald steht er vor einem Problem. Es kommen Nachrichten vom Tod einzelner Christen. Hatten nicht auch sie gehofft, die Wiederkehr des Herrn zu erleben? Das zwingt ihn, neu über das Ende der Welt nachzudenken.

48. (gedreht)(20")

Hände (groß) schreiben an einem Brief. Öllampe wirft unruhiges Licht.

Paulus kommt zu der Überzeugung, daß die neue Welt schon begonnen hat. Kreuzestod und Auferstehung Jesu waren das alles entscheidende Ereignis. Die Erlösung ist geschehen. Sie ist das unwiderrufliche Geschenk Gottes.

49. (20")

Gegenlicht: Mann (Jesus) geht durch Wüste. Lange Brennweite. Er kommt auf die Kamera zu. (wie oben)

Jesus hat seine Botschaft nicht schriftlich aufgezeichnet. Solange es noch unmittelbare Augenzeugen gibt, und man fest an das nahe Weltende glaubt, genügte auch das mündliche Wort. - Aber das Ende läßt auf sich warten, und die Augenzeugen sterben aus. - Es entsteht ein dringender Bedarf, die frohe Botschaft, das "Evangelium", schriftlich festzuhalten.

50. (20")

Durchblende in Schwarz: aus dem Schwarz taucht eine Bibel auf. Eine Hand blättert um: Das Evangelium nach Markus ist zu lesen. Wegschwenk in Schwarz.

Um das Jahr 70 entsteht das Evangelium des Markus. Einige Jahre später schreiben Lukas und Matthäus nieder, was sie vom Leben und der Botschaft Jesu wissen. Ihr Text folgt über weite Strecken dem des Markus. Ganz offensichtlich haben sie ihn benutzt und zum Teil wörtlich zitiert. Aber es gibt auch Unterschiede. Aus ihnen kann man auf eine weitere Quelle schließen, eine Sammlung von Jesus-Worten in aramäischer Sprache, die jedoch verschollen ist.

Das jüngste Evangelium schreibt Johannes. Es unterscheidet sich wesentlich von den drei älteren. Johannes hat den Bruch mit dem Judentum radikal vollzogen und stellt Jesus als den vergöttlichten Messias dar.

51. (30")

Durchblende in Darstellungen der vier Evangelisten. Markus, Matthäus und Lukas. Beim Stichwort "Quelle Q" fährt die Kamera auf das Buch zu, das Lukas in der Hand hält. Dann das Porträt von Johannes.

Seit etwa 250 Jahren forschen Wissenschaftler begierig nach alten Texten, von denen sie sich einen tieferen Blick ins Dunkle, eine größere Nähe zum Ursprung des Christentums erhoffen. So auch hier im Institut für Bibelforschung in Münster.

Keines der vier Evangelien und auch nicht die von Lukas verfaßte Apostelgeschichte ist eine historische Biografie. In allen Texten mischen sich Tatsachen der allgemeinen Geschichte, "echte" Jesus-Worte und Ereignisse, die für die Verfasser theologische Bedeutung haben und als Predigt gemeint sind. Von Anfang an sind es keine Dokumente oder Urkunden, sondern lebendiger Text. Sie sind das Ergebnis des Glaubens und nicht seine Voraussetzung. Deshalb steht auch die Auferstehung im Vordergrund. Alles andere wird erst in der Rückschau wichtig. - Später kommen weitere Schriften hinzu, so die Briefe der Apostel und die Geheime Offenbarung des Johannes. Es dauerte rund zweihundert Jahre, bis man sich auf den "Kanon", die verbindliche Sammlung der Heiligen Schriften geeinigt hat.

52. (60")

Bibelwissenschaftliches Forschungsinstitut (Münster / Jerusalem). Wissenschaftler untersucht Fragmente. Mikrofilm oder Computerbildschirm.

1840. Bibliothéque Nationale in Paris. Ein junger Gelehrter aus Leipzig, gerade 25 Jahre alt, ist nach Paris gekommen, um die damals berühmteste Handschrift zu studieren, den "Codex Ephremi". Das Pergament ist ein sogenanntes Palimpsest, ein zuvor schon mehrmals beschriebenes Blatt, dessen Buchstaben man abgeschabt hat, um das kostbare Pergament erneut zu beschriften. Eine Tinktur, die er selbst erfunden hat, macht die alten Buchstaben wieder sichtbar: biblische Texte, das Alte und Neue Testament in griechischer Sprache. Er traut seinen Augen nicht, aber es ist eine Handschrift aus dem 5. Jahrhundert. Tischendorf macht es sich zur Lebensaufgabe, einen vollständigen Text des griechischen Neuen Testaments herzustellen - unter Verwendung aller bis dahin bekannten Handschriften.

53. (40") noch zu drehen!

Inszenierung: Paris. Die Nationalbibliothek. Ein Forscher, umgeben von Pergament-rollen, sitzt mit Mikroskop und Schaber über einem alten Text, notiert hin und wieder etwas. Porträt Tischendorf. Pergamenttext groß, möglichst als Palimpsest erkennbar

Im April 1844 bricht er zu seiner ersten Orientreise auf. In zwölf Tagen durchquert er von Kairo aus die Wüste und erreicht am 24. Mai das Katha-rinenkloster, das älteste Kloster der Christenheit. Dort trifft er auf 18 Mönche, die sich als völlig ungebildet erweisen. Wütend schreibt er an seine Braut: "Seit acht Tagen bin ich nun im Katharinenkloster. Aber diese Bande von Mönchen! Hätte ich militärische Gewalt und Kraft, ich würde ein heiliges Werk tun und würfe dieses Gesindel über die Mauern."

54. (40") Klammermaterial Oostra.

Das Katharinenkloster auf dem Sinai( außen und innen)

Tischendorf durchsucht die völlig ungeordnete Bibliothek des alten Klosters nach Bibelhandschriften. Er findet nichts und will schon zurückreisen. Da entdeckt er einen riesigen Papierkorb, dessen Inhalt zum Verbrennen bestimmt ist. Auf dem Boden des Korbs finden sich alte Pergamentblätter, vierspaltig mit griechischen Buchstaben beschrieben. Tischendorf erkennt auf den ersten Blick, daß er einen Schatz vor sich hat. Er bittet darum, einen Teil der Blätter in sein Zimmer mitnehmen zu dürfen. Bald schwindet jeder Zweifel: Vor ihm liegen die ältesten Handschriften, die er je gesehen hat. Sie werden als Codex Sinaiticus in die Geschichte eingehen. (Text modifizieren.) Der Wissenschaft steht damit die vollständige Bibel des Alten und Neuen Testaments zur Verfügung, in einer Handschrift aus der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts - zusammen mit dem noch etwas älteren Codex Vaticanus der kostbarste Baustein für den Weg zu den Quellen des Christentums.

55. (90") Klammermaterial Oostra

Suchende Kamera durch eine alte Bibliothek. Mönche studieren alte Schriften. Faksimile des Codex Sinaiticus. Acht weitere Blätter, die vor einigen Jahren
gefunden wurden. Brief Tischendorfs, in dem er verspricht den Kodex
zurückzugeben.

Qumran in der Nähe des Toten Meeres. Ruinen erinnern an die Gemeinde der Essener, die hier zurückgezogen lebte und eine große Bibliothek alter Schriftrollen besaß. Als zur Zeit des Zelotenaufstandes in den sechziger Jahren des ersten Jahrhunderts römische Truppen nahten, versteckten sie ihre Heiligen Schriften in geheimen Höhlen der Umgebung - und nahmen ihr Geheimnis mit ins Grab. 1947 entdeckte ein Hütejunge eine der Höhlen. Nach und nach kamen die Schätze ans Licht und sind der sensationellste Fund des Jahrhunderts. Da die Sicherung und Übersetzung viel Zeit beanspruchte, kam es zu wilden Spekulationen. Man vermutete eine direkte Verbindung zu Jesus und seiner Lehre. Manche Autoren behaupteten, die Geschichte des Christentums müsse neu geschrieben werden. Andere witterten eine Verschwörung des Vatikan, der die Wahrheit unterdrücken wollte. Wahr ist, daß die Texte helfen, das historische Umfeld der Zeitenwende auszuleuchten. Die Gemeinde der Essener hat jedoch nichts zu tun mit der christlichen Ur-Gemeinde. Die Unterschiede sind größer als die Ähnlichkeiten

56.(60")

Qumran. Ruinen. Höhlen.Inszenierung: Hütejunge entdeckt die Schriftrollen. - Schlagzeilen, Buchttitel.

Noch tiefer in die Vergangenheit als die Pergamentblätter führen die Papyri. Von ihnen sind durchweg nur noch Fragmente erhalten. Das Material aus dem gepressten Mark der Papyrusstaude ist nicht annähernd so haltbar wie das Pergament aus Ziegenhaut. Trotzdem konnten sich kostbare Stücke im heißen und trockenen Klima Palästinas, Ägyptens und Syriens erhalten.

Die ältesten Papyrusfunde führen näher an die Abfassungszeit der Evangelien heran als bei jedem anderen Autor der Antike. Einige Papyrusforscher glauben sogar, Fragmente des Matthäusevangeliums aus der Zeit der Augenzeugen Jesu in Händen zu haben. Immer wieder sind sie überrascht, wie genau und sorgfältig die Texte überliefert wurden. Heute rechnet niemand mehr damit, ein neuer Fund könne zu wesentlichen Korrekturen oder Ergänzungen führen. (text modifizieren)

57.(30")

Shrine of the book. Dokumentarisches Filmaterial von der Erforschung der Handschriften von Qumran (falls zugänglich), Ansicht vom "Rollensaal". Papyri im Digitalbild.

Die Ausbreitung des Christentums geschieht überraschend schnell. Viele Menschen sehnen sich nach Erlösung und Vergebung. Die alten Götter überzeugen nicht mehr.

58. (30"")

Rom (Klammermat) Hubschrauberflug. Ruinen des Forums. San Clemente Unterkirche mit Ausgrabung von einem römischen Wohnhaus und Mithras-Heiligtum.

Die geschwisterliche Gemeinschaft der Christen steht in scharfem Kontrast zur sozialen Kälte der Antike. Zumeist sind es Menschen der Mittelschicht, die sich zum neuen Glauben bekehren, oft gemeinsam mit ihrer ganzen Familie und Dienerschaft. Sie treffen sich nach Sonnenuntergang, halten Mahl in Erinnerung an das Abendmahl Jesu, beten und singen.

59. (30")

Rom: Katakomben

Ringsum ist das Römische Weltreich. Es nähert sich seinem Untergang. Psychopathen gelangen auf den Kaiserthron und lassen sich als Gott verehren. Im Jahre 64 setzt Kaiser Nero Rom in Brand, um Platz für neue Prunkbauten zu schaffen. Als sich die Bewohner der Stadt gegen ihn erheben, beschuldigt er die Christen der Brandstiftung.

60.(30")

Nero-Büste. Rom Casa Aurea ( Neros Wohnhaus)

Viele werden verhaftet, in grausamen Zirkusspielen oder als lebende Fackel in den kaiserlichen Gärten getötet. (Evtl. Zitat aus Tacitus)

61. (20")

Darstellungen von Christenverfolgungen unter Nero.

 

62. (30")

Paulus-Kerker Rom. (Forum Romanum).

Auch Paulus wird Opfer der Verfolgung. Der Timotheusbrief schildert es so: "Ich bin daran, geopfert zu werden, und der Zeitpunkt meines Heimgangs ist da. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt."

63. (20")

Inszenierung: Gefesselte Hände schreiben einen Brief.

Draußen vor der Stadt, an der Straße nach Ostia, steht die Kirche Sankt Paul vor den Mauern. - Hier - so will es die Überlieferung - wurde der Völker-apostel enthauptet und beigesetzt.

64. (30")

San Paolo fuori le mura

 

65. (10")

Petrus - Darstellung

Auch Simon Petrus - so will es die Tradition - fällt der neronischen Verfolgung zum Opfer. Er, den die Evangelien so schonungslos als aufbrausend und feige beschreiben, geht am Ende tapfer in den Tod. Einer Legende nach soll er die Henker gebeten haben, ihn mit dem Kopf nach unten zu kreuzigen. Er verdiene es nicht, wie sein Herr zu sterben.

Über seinem Grab in der Nähe des Tiber wird sich später die Petersbasilika erheben.

66. (50")

Petersdom mit Petrusgrab. Heutige Gestalt der Gedenkstätte unter dem Baldachin
von Bernini. Bilddarstellung von der Kreuzigung Petri.

 

67. (10")

Johannes-Darstellung

Patmos. Insel im Ägäischen Meer. Hier verbringt Johannes im Exil die letzten Tage seines Lebens. In einer Felsenhöhle schreibt er das Geheime Buch der Offenbarung mit Visionen von der Zukunft und dem Ende der Welt. Es ist ein Buch der Tröstung und der Hoffnung inmitten einer Welt voller Schrecken.

68. (90")

Patmos. Höhle des Johannes. Frühe Darstellungen der Apokalypse. Vier apokalyptische Reiter.

 

69. (30")

Darstellungen der Apokalypse

Im Jahre 70 zerstören die Römer Jerusalem und den Tempel. Hier, auf dem Felsen von Masada verschanzt sich das letzte Aufgebot und leistet zwei Jahre lang Widerstand. Als die Legionäre schließlich das Plateau betreten, finden sie nur noch Leichen. In der Nacht zuvor haben sich die Belagerten gegenseitig umgebracht.

70. (20")

Hubschrauberflug über Masada. Die Kamera umkreist mehrfach das Plateau.

Mit der Vernichtung des jüdischen Staates endet das alte Judentum, das an den Tempel, die Stadt Jerusalem und das Land Palästina gebunden war. Aber der uralte Baum ist noch immer lebendig. Er bringt zwei neue Äste hervor: das rabbinische Judentum der Thora und das Christentum.

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Ruinen von Masada. Aus den Trümmern wachsen Pflanzen und kleine Bäume.

Dieses treibt schon in der ersten Generation drei Zweige aus, die mit drei Menschen verbunden sind und seine Geschichte bis heute prägen: Petrus, die Symbolfigur der späteren römisch-katholischen Richtung. Paulus, der Ahnherr aller Reformatoren und Johannes, den Liebling der Orthodoxie.

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Petrus, Paulus und Johannes. Frühe Porträts der genannten Personen.

Text: Die Versuchungsgeschichte Jesu erzählen: die Versprechen des Teufels. Eitelkeit, Macht und Reichtum. Jesus widerstand und die Kirche?

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Wüstenbilder

Mit dem Christentum kommt eine Fülle neuer Geschichten, Bilder und Fragen in die Welt. Von nun an werden sich Menschen aller Generationen an diesem Jesus reiben. Er wird sie immer wieder von neuem faszinieren, verstören, ärgern oder begeistern. Und immer werden sie sich fragen nicht, wer er war, sondern, wer er ist.

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Das "wandernde Volk" der nächsten Folgen

 

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