2000 Jahre Christentum

 

Folge 2

21. November 1999

Fesseln der Macht

Untergrundbewegung wird Staatsreligion

 

Buch: Friedrich Klütsch

Regie: Friedrich Klütsch

Redaktion: Susanne Sturm

 

***

Demütig und unbeirrbar, gewaltfrei und tapfer, so werden sie in den eineinhalbtausend Jahre alten Texten beschrieben, die ihre blutigen Schicksale überliefern. Es sind die Horrorvideos ihrer Zeit, eine Sammlung unvorstellbarer Grausamkeit, die noch heute erschüttert, Folterqual, die noch heute empört, Szenen, die über Jahrhunderte die Alpträume der Menschen bewohnen sollten.

Prolog

Beleuchtet in dunkler Umgebung: ein Faksimile der Acta Martyrum. Zufahrt. Der lateinische Text groß in Überblendungen.

Die Texte legen Zeugnis ab für den Todesmut dieser Frauen und Männer, für die Kraft ihres Glaubens, und für ihre unzerstörbare Hoffnung auf Erlösung. Es sind Geschichten wie die des römischen Hauptmanns Sebastian, der durch die Pfeile seiner Soldaten zu Tode kommen sollte.

Ein offenes Feld. Künstliche, gelbe Dämmerungsstimmung. Ein Mann wird an einen freistehenden Pfahl gebunden. Die Texteinblendungen laufen weiter.

Ihr Blut trocknete nicht, ihr Sterben war ein Anfang, ihr qualvolles Ende die Garantie für den Fortbestand des neuen Glaubens. Ihr Tod machte sie unsterblich: die Märtyrer der frühen Christenheit.

Parallelmontage vom Einlegen des Pfeiles / Spannen des Bogens / Anvisierens mit Details vom Binden des Mannes am Pfahl.

 

Der zitternde Bogen, das Zischen des Pfeiles. Die Kamera fliegt mit dem Pfeil los, auf den Gebundenen zu, löst sich vor dem Auftreffen in Unschärfe und überstrahlendem Weiß auf.

Der römische Soldat. Der Sohn eines Bauern aus einer der eroberten Provinzen. Gewissenlos und gehorsam vollstreckt er die Weisungen seiner heidnischen Vorgesetzten. Er wird den Einfall der Barbaren erleben und in blutigen Bürgerkriegen gegen Seinesgleichen kämpfen. Er wird Christen verfolgen und eines Tages selber Christ sein. Er ist die Stütze des alten Kaiserreiches und er wird es stürzen.

Folgentitel

Einblenden: der Titel "Fesseln der Macht" erscheint über der Halbtotale eines Ateliers.

Mehrere Künstler arbeiten an einer riesigen Leinwand, auf der bereits die Szenen der Folge I (Sklavin am Fuße eines Kreuzes auf Golgatha, Taufszene am Fluß, etc.) weitgehend fertiggestellt sind. Durch die Hinfahrt konzentriert sich der Blick auf die Gestaltung der Figur eines römischen Legionärs, der mit Pfeil und hochgespanntem Bogen sein Ziel anvisiert. Die Künstlerin befaßt sich gerade mit dem geschlossenen Auge des Schützen. Wiederholung des Geräuschakzents mit dem lossurrenden Pfeil, dabei in das reale Legionärsgesicht überblenden. Der Schütze öffnet das Auge und geht aus dem Bild.

Die Märtyrer. Welche Rolle spielen sie beim überwältigenden Erfolg des Christentums in den ersten Jahrhunderten: Eine kleine, verfolgte Sekte aus der judäischen Provinz wird zur Staatskirche des römischen Weltreiches. Ein Mysterium? Oder das Ergebnis konsequenter Machtpolitik? Die Märtyrer sind der Schlüssel zum größten Rätsel des frühen Christentums.

Im Gegenlicht. Der in den Fesseln hängende Sebastian, gespickt mit einem halben Dutzend Pfeilen. Der Legionär kommt ins Bild. Er bricht die aus dem Körper herausragenden Pfeile brutal ab. Der Soldat geht um den Pfahl herum, wir beobachten ihn, während er die Fesseln durchschneidet. Nah: der Tote fällt bäuchlings in den Staub.

Rom, Ende des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung. Die Stadt der Caesaren ist durch das Wirken von Petrus und Paulus auch zum Zentrum des neuen, christlichen Glaubens geworden. Noch aber ist in den Straßen der Hauptstadt vom Christentum nichts zu sehen.

Der auf den Boden gerichtete Kamerablick entfernt sich von dem Leichnam weg zur Seite. Durch eine Hochfahrt wird aus dem staubigen Boden der Belag einer innerstädtischen Straße zur Römerzeit. Musikeinsatz. Ein Straßenzug Ostias (oder Pompejis) im diffusen Licht der Morgendämmerung. Herumliegender Abfall, streunende Tiere, abgestellte Krüge und Körbe deuten eine Bewohnung des Viertels an.

Die Christen stellen mit 20 bis 30.000 Gemeindemitgliedern nur eine unbedeutende Minderheit in der Millionenmetropole dar. Es gibt keine Kirchenbauten, keine öffentlichen Feiern. Christentum findet hinter verschlossenen Türen statt. Und trotzdem kann sich die Kunde von der Passion des Erlösers und seiner baldigen Rückkehr wie ein Lauffeuer ausbreiten.

Kranfahrt nach oben. Überblendung in das spätantike Rom aus der Vogelperspektive (Modell, gleiche Lichtsituation).

Das Herrschaftsgebiet der römischen Kaiser erstreckt sich von den britischen Inseln bis an das Schwarze Meer, von der Donau bis in die Küstenregionen Nordafrikas. Das Reich hat im Innern keine Grenzen. Auf den gut ausgebauten und gesicherten Straßen können sich auch die Botschafter des Christentums ungehindert bewegen. Das homogene Weltreich der Kaiser ist die Voraussetzung für die Ausbreitung des neuen Glaubens. Denn wäre die damalige Welt in Nationalstaaten geteilt gewesen, wäre das Phänomen des Christentums auf Palästina begrenzt geblieben.

Die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne erfassen die Giebel der (Modell-) Stadt. Fortgesetzte Hochfahrt und Überblendung in die politische Landkarte des römischen Reiches. Eingeblendet: ein langes Stück des Limes im Überflug (ebenfalls Morgenlicht).

Die wichtigste Voraussetzung für seine Verbreitung bringt der neue Glaube selber mit. Der Christengott ist wahrhaft international, seine Religion ist nicht an einen Tempel oder ein Heiligtum gebunden. Das Heilige ist gewissermaßen entwurzelt, es ist mobil und kann wandern, von Ort zu Ort, von Kontinent zu Kontinent. Seine Autorität bezieht der neue Glaube nicht aus einem heiligen Ort, sondern aus seinen Schriften. Eine technische Neuerung begünstigt diese Entwicklung.

Fortgesetzter Überflug, jetzt über eine Römerstrasse.

Handbeschriebene Pergamentblätter werden miteinander in Buchform befestigt. In seiner Handhabung ist der blätterbare Kodex den umständlichen Rollen überlegen und - er kann vor allem viel kleiner ausgeführt werden. Ein Kodex, unter einer römischen Tunika versteckt, wird kaum auffallen.

Die Römerstrasse wird (per Animation) zu einer Schriftrolle zusammengerollt.Die unförmige Schriftrolle wird durch den gebundenen Kodex ersetzt.

(Animation oder Stopptrick:) Die Schriftrolle wird in Blätter geteilt, die in Buchform übereinander plaziert werden. Hölzerne Deckel kommen dazu, Bindfäden werden von unsichtbarer Hand durch den Rand gezogen. Der fertige Kodex wird von einer Hand (die etwa so groß ist wie der Band) ergriffen und aus dem Bild genommen.

Es sind zunächst die Briefe des Paulus, die in der Form von Codici vervielfältigt werden. Später kommen die Schriften dazu, in denen die Verteidiger des christlichen Glaubens die Unterstellungen und Mißverständnisse seitens der heidnischen Kritiker zurückweisen. Was aber wird den Christen eigentlich vorgeworfen?

Unter dem Kodex kommen Faksimiles der im folgenden genannten Werke zum Vorschein. Zufahrt durch den oberen Titel hindurch auf den nächsten.

Für die frühen Christen ist das diesseitige Leben nur noch eine ungeliebte Übergangsstation, eine unwirtliche Wartehalle vor dem Anbruch des himmlischen Zeitalters. Der gläubige Christ ist überzeugt von der Existenz zweier Welten, er ist unglücklich, in dieser leben zu müssen, obwohl die jenseitige mit aller Macht anzieht. Die Erde mit ihren Gütern ist dem Christen fremd geworden, er hat nicht vor, sich auf Dauer in ihr einzurichten. Mit den Christen, das begriffen die römischen Machthaber bald, war kein Staat zu machen.

Der griechische Text der "Ersten Apologie" des Justin löst sich in einen Torbogen aus Licht auf, der inmitten der abgedunkelten Umgebung wie die Ausfahrt aus einem Tunnel wirkt. Zufahrt und Durchfahrt ins Licht (Animation).

Die römische Politik war stets von weitgehender religiöser Toleranz geprägt gewesen. Die Hauptstadt selbst weist im friedlichen Nebeneinander Tempel des Jupiter, des Asklepius, der Isis, des Baal, des Mitraskultes und jüdische Synagogen auf. Aus der Sicht der Mächtigen aber überspannen die Christen den Bogen der Toleranz. Sie sind nicht bereit, am Staatskult teilzunehmen, sie sind nicht bereit, das Reich zu verteidigen. Im Gegenteil, mit froher Erwartung scheinen sie den Untergang des Kaiserreichs geradezu herbeizusehnen.

Allmähliche Abblende. Aus dem überstrahlenden Licht wachsen die Konturen heidnischer Tempelanlagen.

Es ist nicht nur die subversive Verweigerungshaltung der Christen, die die Repressionen des Staates herausfordern, es ist vor allem die unglaublich schnell wachsende Zahl ihrer Mitglieder. Wie ist der massenhafte Erfolg der christlichen Botschaft zu erklären?

Das Standbild eines römischen Imperators. Starke Untersicht. Durch die Wegfahrt relativiert sich die beeindruckende Erscheinung der Monumentalplastik.

Der neue Glaube ist jedem zugänglich. Der Eintritt ist kostenlos und unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Standeszugehörigkeit. Die Männer müssen sich nicht beschneiden lassen, es gibt keine komplizierten Essens- oder Hygieneregeln.

Taufdarstellungen mit ähnlichen szenischen Anordnungen in Überblendungen (z.B. Pontianus-Katakombe bei Rom, Kuppelmosaik des Baptisteriums in Ravenna)

Mit einem einfachen Glaubensbekenntnis wurde man Christ, mit dem Empfang der Taufe konnte jeder an der Erlösungsgewißheit teilhaben. Ob ungebildet, mittellos, krank, straffällig, leibeigen - niemand war ausgeschlossen. Mehr noch: vor dem Christengott waren alle Menschen - ob Sklave oder Kaiser - gleich! Für die römische Gesellschaft war das eine Botschaft mit revolutionärer Sprengkraft.

Mosaik: Christusdarstellung in Pantokrator-Pose (Analogie zur Imperatorplastik, z.B. Kuppelmosaik der Kathedrale von Monreale auf Sizilien), Zufahrt

Die heidnische Gesellschaft der ersten Jahrhunderte ist keineswegs gottlos. Auch sie verehrt einen ewigen Schöpfergott, der jenseits des Mondes ein paradiesisches Himmelreich lenkt. Aus der griechisch-römischen Tradition heraus ist es aber in erster Linie die Vernunft, die als Instrument bei der Erfassung des Schöpfungsplanes angewendet wird. Fassungslos stehen die gebildeten Zeitgenossen nun vor dem christlichen Phänomen, bei dem das Wunder das Argument, die Prophezeiung den Beweis und das Märtyrertum die Philosophie ersetzt. Verächtlich werden die Christen mit einem Tier verglichen, das ihnen an Dummheit und Hartnäckigkeit zu ähneln scheint.

Überblendung in einen weißen Vollmond vor blauem Taghimmel. Aufziehen. Weiße Cumuluswolken kommen ins Bild, schließlich Raffaels Fresko der 'Schule von Athen', in die das Wolkenbild eingestanzt ist. Details mit posierendem Denker, Diskutierenden.

Als Eselsanbeter werden die Christen verspottet, als eine Sammlungsbewegung für Außenseiter, Ungebildete und Leichtgläubige. Und das ist sie auch. "Selig, die da arm sind an Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich."

Überblendung in die grafische Reproduktion einer spätantiken Ritzzeichung: ein gekreuzigter Esel.

Die Bildungsarmut wird zum Programm der frühen Kirche, zugeschnitten auf ihre Mitglieder: ehemalige Landbevölkerung, die in den Großstädten nach Arbeit sucht, ausgediente Soldaten, freigelassene Sklaven. Die christliche Botschaft richtet sich nicht an die Elite, sondern an die Menge.

Überblendung in die reale Ritzzeichnung (Replikat anbringen), die auf einer Mauer auf dem Palatin in Rom angebracht ist. Ein Pulk von Touristen (die haben Regenschirme dabei und Plastiküberwürfe an) strömt an dem unscheinbaren antiken "Graffiti" vorbei.

Allmählich weisen die Gemeinden aber auch Mitglieder aus wohlhabenden Patrizierfamilien auf, Menschen, die bislang von den gesellschaftlichen Verhältnissen profitiert haben. Was bewegt diese Privilegierten, den als vaterlandslos und radikal verschrieenen Christen beizutreten?

Nach dem Durchgang der Touristen wird es wieder still um das steinerne Relikt. Der Kamerablick verdichtet wieder auf die Ritzzeichnung, fährt aber über sie hinaus an der Mauer entlang, in der große Risse sind... aus der ganze Teile herausgebrochen sind. Blitz- und Donnerschlag.

Das Römische Reich hat seinen Zenit überschritten. Äußere Feinde dringen immer häufiger in das Großreich ein. Schlimmer aber wiegt der innere Zerfall. Blutige Bürgerkriege erschüttern den Zusammenhalt des Vielvölkerreiches, Epidemien und Naturkatastrophen entvölkern ganze Landstriche. Die Militärausgaben steigen in astronomische Höhen, Abgabenlast und Hyperinflation lassen alle Bevölkerungsschichten verarmen, Garnisonen plündern die Städte, die sie schützen sollen. Korruption herrscht in der Verwaltung, Intrigen, Mord und Gier in den kaiserlichen Familien.

Fahrt, apokalyptische Szenerie, bei starkem Regen: Wieder der Limes, eine Bresche ist in die Mauer gebrochen, eine geknickte römische Standarte, ein umgeworfener Meilenstein, ein totes Pferd hängt verstrickt in seinem Zaumzeug, daneben ein umgestürzter Karren, die Ladung liegt verstreut herum, zerbrochene Tongefässe auf der gestampften Römerstrasse, Glas, einzelne Münzen, ..

Ein christlicher Zeitgenosse bringt die verzweifelte Lage zum Ausdruck: "Die Bauern verlassen das Land, die Händler die See und die Soldaten das Lager; alle Ehrlichkeit im Gewerbe, alle Gerechtigkeit im Gericht, alle Solidarität in der Freundschaft, alle Geschicklichkeit in den Künsten, alle Normen in der Moral - alles ist im Verschwinden."

Ein versprengtes Dutzend römischer Legionäre quält sich bei strömendem Regen einen Bergweg in den Alpen hinauf (Junkelmann).

Verschwunden, so sahen es auch die Mitglieder der heidnischen Oberschicht, war der göttliche Segen über ihrem einst so glänzenden Reich. Der alte Gott mit seinen vielen Stellvertretern auf der Erde, im Wasser und in der Luft hatte sich offensichtlich aus der Welt zurückgezogen, und kein noch so großes Opfer schien ihn zu einer Rückkehr bewegen zu können.

Die Soldaten erreichen eine Paßhöhe. Groß und wiedererkennbar: der eingeführte Legionär ist unter ihnen. Rücksprung in eine Totale. Verloren wirken die kleinen Figuren in der abweisenden Gebirgslandschaft.

Für viele Heiden war die Weltabgewandtheit und das ausgeprägte Schuldbewußtsein der Christen die überzeugendste Antwort auf die katastrophalen Entwicklungen im 2. und 3. Jahrhundert. Andere jedoch sehen genau in den Christen die Ursache für das allgemeine Unglück.

Wiedererkennbar: der ausgestorbene Straßenzug Ostias (oder Pompejis) in der Dämmerung, bei strömendem Regen.

"Sie sind eine umherschleichende Brut, sie scheuen das Tageslicht. Was geschieht hinter ihren verschlossenen Türen, dort, wo die Ungetauften keinen Zutritt haben?", fragt ein aufgebrachter Heide. Den Christen werden inzestuöse Orgien und ritueller Kindermord nachgesagt.

Gang durch die regennaße Straße, um eine Ecke, auf einen Hauseingang zu.

Was aber passiert wirklich in den Gebetsräumen der frühen Christen? Archäologen haben im antiken Trier die Fundamente eines römischen Gebäudes ausgegraben, dessen Bewohner - nach den Fundstücken zu urteilen - Christen gewesen sein müssen. An dem Tag, der in der römischen Planetenwoche der Sonne geweiht war, fand sich hier vor etwa eintausendachthundert Jahren allwöchentlich eine kleine Gemeinde zu Gebeten und Gottesdiensten zusammen. Hier der zentrale Raum, der groß genug war, um auch für kultische Zwecke verwendet worden zu sein.

Die Tür öffnet sich. Dahinter steht das Zelt einer archäologischen Ausgrabung. Mehrere Archäologen bei der Arbeit: Freilegen, Sammeln von Fundstücken, Vermessen, Aufzeichnen, Archivieren.

Die Fundstücke ermöglichen die weitgehende Rekonstruktion eines Gottesdienstes im frühen Christentum. Jede Zusammenkunft der frühen Christen beinhaltet auch ein gemeinsames Mahl. Es ist noch nicht das Abendmahl, die Feier der Eucharestie. Nein, hier geht es zunächst einmal darum, satt zu werden. Bei diesem sogenannten Liebesmahl sind auch Gäste eingeladen, Neugierige, Hungrige. Mithilfe der einfachen Teller l‚ût sich die Größe der Trierer Gemeinde ungefähr bestimmen. Die Bruchstücke ergeben zusammengesetzt eine Anzahl von zweiundvierzig Tellern.

Fundstück Teller. Die Bruchstücke werden gesammelt und zusammengesetzt.

Eine antike Sammelbüchse. Die Schrammen im Innern belegen, das vor allem kupferne, also billige Geldstücke zusammenkamen. Da die frühen Christen keine Gebühren für die Aufnahme oder die Mitgliedschaft erhoben, waren die Gemeinden für die Finanzierung ihres Personals und ihrer Aktivitäten ausschließlich auf freiwillige Spenden angewiesen.

Fundstück Sammelbüchse

Es wird aus den Heiligen Schriften gelesen, deren Kanon allerdings noch nicht verbindlich ist.

Teile eines hölzernen Lesepults.

Eine Fassung des Neuen Testaments aus dem Jahre 180 schließt den Brief an die Hebräer aus und die Apokalypse des Paulus ein. Einige römische Kirchenmänner verwerfen das Johannesevangelium, andere die Apokalypse des Johannes. Zusätzliche Evangelien und Apostelgeschichten kursieren, und von den vorhandenen Evangelientexten existieren mehrere Fassungen mit schwerwiegenden Unterschieden. Es gibt noch kein einheitliches christliches Programm und die Übergänge vom wahren Glauben zur Ketzerei sind fließend.

Im klimatisierten Archiv: hier kommen die Fundstücke zusammen. Es liegen auch Reste alter Codices da, Pergamentfetzen, ..

Eines jedenfalls hatten die verwendeten Schriften gemein, und das ließ die römischen Machthaber aufhorchen: sie alle predigten das baldige Ende des Römischen Reiches und seine Ersetzung durch die Herrschaft des Christengottes auf Erden. Die Kirchenvertreter mochten beteuern, daß das erwartete Königreich rein geistiger Natur sei, aber würde man ihnen glauben?

Totale der Ausgrabung. Die Kamera bewegt sich rückwärts aus dem Zelt und der bekannten Eingangstür heraus, die Tür wird von unsichtbarer Hand geschlossen.

Die Christen verhielten sich nicht wie loyale Bürger, sie verweigerten trotz der Bedrohung durch einfallende Barbaren den Militärdienst und unterliessen es, am Geburtstag des Kaisers Weihrauchkörner zu verbrennen. Ihre ablehnende Haltung erregte den Zorn der Massen.

Präzise Rückfahrt, im Bildzentrum bleibt die Eingangstür. Durch Dekorationselemente, die ins Bild kommen (Säulen, Tiere, Wägen, etc.) erarbeitet sich die Kamera Perspektivmaterial, das eine Wegfahrt/Hinzoom-Kompensationsbewegung ermöglicht. Ein Zeitsprung wird suggeriert: Lichtwechsel in eine Nachtstimmung.

In Lyon kommt es im Jahre 177 zu Christenpogromen, die der römische Statthalter nur beenden kann, indem er kirchliche Würdenträger zu einer offiziellen Marter verurteilt.

Tumult. Handkamera. Fackeln, Rauch. Dutzende rabiater Pogromiten stürmen auf die Tür zu. Geschrei mit Vulgärlatein. Das Donnern von Äxten und Holzstämmen gegen die Tür.

Die Vorstellung, daß die Christen für jedes Unglück verantwortlich sind, hält sich hartnäckig. Die Erdbeben des Jahres 235 in Kleinasien, der Bürgerkrieg 248, 270 die Epidemien in Rom - immer sind die Christen schuld: ihre Gottlosigkeit hat die Götter beleidigt. So lautet eine zeitgenössische Redensart: "Dank der Christen dauert die Dürre an."

Abblende/Aufblende. Der Morgen danach. Die zerstörte Tür, die verbrannte Hausfassade. Hausrat liegt verstreut und zerstört auf der Straße herum. Wieder eine Kompensationsfahrt, diesmal mit Wegzoom/Hinfahrt.

Der Verwaltung, die angesichts der Katastrophen und unzureichender Hilfsmaßnahmen unter starken Druck geraten war, dienen die Christen als willkommene Sündenböcke. Die Zeit der systematischen Verfolgungen beginnt.

'Kafkaeske' Atmosphäre: Ein modernes Archiv - eine Stahltür geht auf, ein langer Flur, ein bekittelter Angestellter schiebt einen Wagen mit Aufbewahrungskästen auf die Kamera zu.

Mit den Mitteln der Diktatur und des totalitären Staates versuchen die Machthaber, inneren Widerstand zu brechen. Eine Geheimpolizei geht systematisch gegen Opposition und Abweichler vor, Schnüffelei und Denunziantentum sind an der Tagesordnung. Wer sich von dem Vorwurf Christ zu sein befreien wollte, hatte nur einen Ausweg.

Fahrt mit dem Transportwägelchen um eine Ecke auf einen klimatisierten Schrank zu. Der Angestellte öffnet eine Schublade, entnimmt einen Karton, öffnet vorsichtig den Deckel. Zufahrt auf den Inhalt.

Stimme: An die Opferkommission von Aurelia Charis aus dem Dorfe Theadelphia: Beständig habe ich den Göttern geopfert und immer fromme Gesinnung bewiesen, und jetzt habe ich in eurer Gegenwart, dem kaiserlichen Edikt gemäß, Trankopfer und Speiseopfer dargebracht und vom Opferfleisch gekostet, und ich ersuche euch, mir dies durch Unterschrift zu bescheinigen. Gehabt euch wohl!

Die Opferzeremonie wird als Schattenspiel inszeniert (Rückprojektion auf weiße Leinwand). Der griechische Text wird von unsichtbarer Hand fortlaufend in geringer Dichte über das Bild geschrieben.

2. Stimme: Wir, die Aurelier Serenos und Augustus haben dich opfern sehen. Im ersten Jahre des Imperators Caesar Gaius Messius Quintus Traianus Decius.

Die inszenierte Opferzeremonie wird allmählich ausgeblendet. Durch Rückzoom wird das komplette Schriftstück sichtbar. Nach dem Textende setzt die unsichtbare Hand eine Unterschrift darunter: ðEðRðMðSðEðSðHðMð.‡

Opferbescheinigungen wie diese belegen die eisige Stimmung, die in einem Weltreich herrschte, das seinen Untergang zu spüren begann. Man schreibt den 16. Juni 250, im ersten Jahr der Regentschaft des Kaisers Decius.

Überblendung in das Faksimile der Opferbescheinigung, Staats- und Universitätsbibliothek, Hamburg.

Decius wird 249 als siegreicher Feldherr zum Kaiser erhoben. Er will sein von innen- und außenpolitischen Krisen geschütteltes Reich durch Tyrannei und Verfolgung stabilisieren. Um die Götter gnädig zu stimmen, erläßt er das Opferedikt, das die gesamte Reichsbevölkerung zu einem öffentlichen Bekenntnis zwingt.

Überblendung in scherenschnittähnliche Lichtstimmung. Eine (unbeleuchtete) Büste des Decius vor weißem Hintergrund im Profil. Langsam wird der Kopf gedreht, zum Textende Lichtwechsel: Auflicht auf die Büste, Hintergrund abdunkeln.

Ein Vorgehen, das die unerbittliche Systematik moderner Diktaturen vorwegnimmt. Die lokalen Opferkommissionen arbeiten langsam, aber nach und nach wird sich jeder Bürger vor ihnen erklären müssen. Die Verfolgung unter Decius sind die schwersten, die die wachsenden christlichen Gemeinden im Römischen Reich erleiden. Decius kann sein grausames Werk nicht vollenden, er stirbt bereits im darauffolgenden Jahr im Kampf mit den Goten. Für viele Christen kommt die Nachricht vom Tod ihres Verfolgers zu spät.

Der Raum mit den 60 Kopfplastiken in der Münchner Glyptothek. Nur die Köpfe sind beleuchtet, der räumliche Hintergrund bleibt dunkel. Steadycam-Gang auf Augenhöhe. Der Kamerablick 'prüft' einzelne Gesichter.

Richterstimme (Off): Bist du Christin?

Frauenstimme (Off): Ja, ich bin Christin!

Sprecher: Die vornehme Römerin Vibia Perpetua lebt in Karthago, der drittgrößten Stadt des Reiches. Sie wird zusammen mit ihrer Schicksalsgenossin Felicitas und drei weiteren Getauften verhaftet.

Der Gang erreicht den Kopf einer jungen Frau, arbeitet sich aus dem Profil in eine frontale Großaufnahme des Gesichtes, dann Rückfahrt in eine Fünfergruppe.

Sprecher: Der Dunkelarrest macht den jungen Frauen zu schaffen.

Frauenstimme: Ich war entsetzt, weil ich noch nie eine solche Finsternis erlebt hatte. O Unglückstag! Es herrschte eine gewaltige Hitze wegen der dicht zusammengepferchten Leute. Dann quälte mich die Sorge um mein Kind.

Sprecher: Perpetuas eigenhändig verfasste Aufzeichnungen aus dem Gefängnis gehören zu den ergreifendsten Zeugnissen der christlichen Märtyrer.

Das Licht erlischt. Dunkelheit, diffus: bemooste Wände aus groben Steinquadern. Kondensationstropfen fallen von der Decke. Verhalltes Türverriegeln, entfernte Schritte.

Sprecher: Die Diakone der Gemeinde zahlen den Wachsoldaten Geld, damit die Gefangenen für einige Stunden am Tag aus dem Dunkelarrest gelassen werden. Zum Stillen bringt man Perpetua ihren Säugling ins Gefängnis.

Die Tür zur Dunkelzelle wird geöffnet. Ein blendender Lichtkeil. Subjektiver Gang durch den Gefängnisflur in einen Innenhof.

Frauenstimme: Von dem Kummer um das Kind befreit, kam ich wieder zu Kräften; das Gefängnis wurde mir plötzlich zum Palast, so daß ich dort lieber sein wollte als anderswo.

Blick nach oben vom Innenhof aus: vor dem blauem Taghimmel ziehen Wolken vorbei. Hinter einer Wolke wird der weiße Mond sichtbar.

Sprecher: Die Zeit der Verfolgungen ist keine Zeit der Kompromisse. In jeder Stadt, in jedem Haus tobt ein Bürgerkrieg zwischen Christen und Heiden: Frauen werden verstossen, Gatten denunziert, Ehen geschieden, Söhne enterbt. Auch Perpetuas Familie steht vor einer Zerreißprobe.

Eine sich schließende, eisenbeschlagene Tür deckt den Himmelsblick ab. Rythmisierte Gefängnissymbolik zur Aufzählung: Riegel, Schloß, Fallgitter.

Frauenstimme: Mein Vater, der sich aus Sorge ganz verzehrte, kam zu mir, um mich zum Abfall vom Glauben zu bewegen. Und ich war betrübt über das Unglück meines Vaters, weil er als einziger aus meiner ganzen Familie keine Freude über mein Leiden empfinden konnte. Dann fällte der Prokurator das Urteil über uns: Tod durch wilde Tiere. Heiter stiegen wir wieder in das Gefängnis hinab. Das habe ich am Tage vor dem Festspiel geschrieben, was aber beim Festspiel selbst geschieht, möge aufschreiben, wer will.

Gefängnisgang bei Dunkelheit. Nur vereinzelt erhellen Öllämpchen das Bild. Ein Körperschatten, der vor den Leuchten kürzer und wieder länger wird. Abblende.

Sprecher: Der Zirkus - Brot und Spiele. Das morsche Kaiserreich bietet seinen Untertanen ein Spektakel, dessen Rolle bei der politischen Stabilisierung seiner Herrschaft immer wichtiger wird. Die Arena wird zur Projektionsfläche für soziale Frustrationen, zur Kompensation des wirtschaftlichen Niedergangs. Ein Forum des Zynismus, eine totale Absage an Solidarität und Menschlichkeit, ein Instrument, das gleichzeitig zur Verrohung wie zum Gefügigmachen der Massen taugt. Derweil werden die Inszenierungen immer pompöser, das Schauspiel bestialischer. Pseudosportliche Wettkämpfe, das Todesspiel der Gladiatoren, der ungleiche Kampf zwischen unbewaffneten Menschen und Raubtieren, dies alles soll Psyche und Phantasie der Bevölkerung vollstopfen und alle Energien in Anspruch zu nehmen bis zur nächsten Veranstaltung, die die vorhergehende an lebensverachtenden Attraktionen noch übertreffen soll.

Hubschrauberflug in harten Schnitten entlang und über einem römischen Zirkus, auf der Tonebene tauchen leicht verfremdet bereits das Raunen der Zuschauermassen, (unverständliche) Sprechchöre, einzelne Schreie auf, obwohl die Ränge des Stadions leer sind.

Selbst die christlichen Gemeindevorstände klagen über Mitglieder, die von dem Kitzel der Zirkusspiele nicht lassen konnten. Schließlich werden Regeln gesetzt, die einem Christen mit dem Ausschluß aus der Gemeinde drohen, sofern er die Zirkusspiele besucht.

Die Flugaufnahmen treten in eine Hintergrundebene, vorne authentische Zirkusdarstellungen (terra sigillata, Mosaiken, Münzen, etc.)

Das Amphitheater von Karthago faßt 36.000 Zuschauer. Veranstalter ist der Prokurator der Stadt, die Einnahmen werden zur Finanzierung des Heeres verwendet.

Totale einer bis auf den letzten Platz gefüllten südspanischen Stierkampfarena.

Stimme: Der Tag ihres Sieges brach an, und sie schritten heiter und mit würdevoller Miene vom Gefängnis zum Amphitheater, als ob sie in den Himmel gingen.

Die Handkamera verfolgt Fußspuren im gelben Sand der Arena.

Stimme: Saturnius und Revocatus wurden von einem Bären zerrissen.

Hektische Kamerareaktion zu einer akustischen Welle, jetzt sind Tatzenspuren mit im Bild, aufgewühlte Flächen, Schleifspuren.

Stimme: Saturus wurde einem Leoparden vorgeworfen und durch einen einzigen Biß mit soviel Blut übergossen, daß das Volk ihm zuschrie: Wohl gebadet! Wohl gebadet!

Die Kamera entdeckt eine Blutspur, findet eine ganze Lache von Blut. Plötzliche Abblende.

Perpetua und Felicitas sollten mit einer wilden Kuh kämpfen. Man hüllte sie in Netze, damit die Hörner sich leichter verfangen könnten und führte sie vor.

Im dunklen Verschlag, nur durch die Spalten im Holzgatter dringt Licht herein. Das Keuchen und Stampfen des Tieres ist zu hören, im Hintergrund die Massen.

Stimme: Zuerst wurde Perpetua auf den Boden geworfen. Sobald sie sich wieder hingesetzt hatte, zog sie ihr Tunika, die an der Seite zerrissen war, zusammen, um ihre Schenkel zu verhüllen. Als sie Felicitas zu Boden geworfen sah, ging sie zu ihr hin, reichte ihr die Hand und half ihr auf die Beine.

Von außen: der Verschlag öffnet sich und der Stier bricht heraus in die Arena. Im folgenden soll nur der tobende Stier im Detail zu sehen sein. Keine Picadores, kein Torero. Alles in Zeitlupe: die Augen des Tieres, das laufende Blut im Nacken, das Zucken der Schulterblätter, das Beschleunigen, Laufen, Abbremsen.

Und nun passiert das Unfassbare. Was als Abschreckung gemeint war, wird zur beschleunigten Verbreitung des christlichen Glaubens beitragen. Der öffentliche Tod der standhaften Jesusanhänger führte der verführten Masse Dinge vor Augen, die sie nirgends sonst in ihrer Welt finden konnten. Sinnerfülltheit, Erlösungszuversicht, Überzeugung, Moral, Aufrichtigkeit, Gewaltlosigkeit, materieller Verzicht. Selbst dem verrohtesten Geist mußte sich die Art und Weise, wie diese Menschen ihr freiwillig gewähltes Schicksal ertrugen, tief einbrennen.

Der Stier steht alleine in der Arena und zittert. Allmählicher Perspektivwechsel. Das Tier soll nicht mehr den Angreifer, sondern die Opfer darstellen. Zeitlupe: Zuschauer, die sich aufgeregt von ihren Sitzen erheben, einzeln, groß: deutliche Emotionen (inszeniert): Ärger, Zorn, Kopfschütteln, dann aber auch Bangen, Staunen, Erschrecken, Abwenden.

Stimme: Und da das Volk verlangte, man solle sie in die Mitte bringen, um an ihrer Ermordung teilnehmen und die Augen am Anblick des in ihren Körper eindringenden Schwertes weiden zu können, standen sie freiwillig auf und begaben sich dorthin, wo das Volk es wollte. Felicitas empfing den Schwertstoß bewegungslos und schweigend. Perpetua aber schrie laut auf, als sie zwischen den Rippen getroffen wurde, und führte selbst die unsichere Hand des noch ganz jungen Gladiators an ihre Kehle.

Wieder der stillstehende Stier in der Arena. Das Schwert des Toreros auf dem roten Tuch. Extreme Zeitlupe: der Stier läuft an, die Klinge blitzt im Sonnenlicht, dringt in das Tier ein. Ernste, schweigende Gesichter im Publikum (inszeniert).

Ironie der Geschichte: Die Periode der Verfolgung der Christen und ihre öffentliche Hinrichtung sollte entscheidend zu ihrer Durchsetzung im römischen Reich beitragen. Auf jeden gemordeten Christen kommen dutzende neubekehrter Heiden - das Blut der Märtyrer wird zum Samen der Christenheit.

Der Kameragang verfolgt die blutige Schleifspur des getöteten Stiers.

Die Verfolgung schweißt die christlichen Gemeinden zusammen. Die Christengemeinschaft ist stärker als alle anderen Religionsvereinigungen der Zeit, ihre Mitglieder sind nicht nur durch gemeinsame Riten und Lebensweisen verbunden, sondern vor allem durch die Gefahr, der sie gemeinsam ausgesetzt sind.

Unmerkliche Überblendung in der fortgesetzten Bewegung: der weiterhin nach unten gerichtete Kamerablick erreicht eine Treppe, die in einen unterirdischen Gang mündet. Natürliche Abblende.

Aber noch etwas hält sie zusammen. Etwas, das sie in Zeiten der Unterdrückung vor den feindlichen Mächten schützen soll. Ein System aus Zeichen und Symbolen, mit denen sie ihre Zugehörigkeit zum Erlöserglauben zum Ausdruck bringen können, ohne sich nach außen hin zu verraten.

Nur vereinzelt erhellen Lichtschächte das Bild, links und rechts des Ganges sind mehrstöckig übereinander angeordnete, rechteckige Grabschächte zu erahnen.

Was aber haben diese Zeichen zu bedeuten - der Fisch etwa, das Symbol der Taufe?

Der Kameragang wird fortgesetzt. Mit einem furiosen akustischen Akzent taucht ein brennendes Chi Rho-Zeichen (Brennpaste) auf dem dunklen Boden auf, über das der Kamerablick hinweggleitet. Eine Abzweigung gibt - im Vorübergehen - den Blick auf ein brennendes Taubensymbol mit Palme, dann auf eine Buchstabenfigur frei:

[Fliessendes Objekt]

Schließlich kommt der Kameragang auf einem brennenden Fischsymbol zum Stehen.

Das griechische Wort für Fisch lautet ICHTHYS. Nun kann man jedem dieser Buchstaben Begriffe zuordnen, die nach einer griechischen Formel das Wesen Christi beschreiben: Jesus Christus Gottes Sohn Heiland.

Der brennende Umriß des Fisches wird in die Buchstabenfolge ICHTHYS transformiert (Animation). Synchron mit der Erläuterung werden die Buchstaben senkrecht angeordnet und Zeile für Zeile ergänzt: Iesous CHristos Theou Hyios Soter.

Die geheimen Zeichen und Symbole der frühen Christen sind uns an einzigartigen Orten überliefert, deren ganze Bedeutung bis heute ein Rätsel geblieben ist: die Katakomben. Waren sie Zufluchtsstätten in den Zeiten der Verfolgung?

Details aus den Wandmalereien: ein Fisch, ein Lamm, eine Friedenstaube, die Buchstaben Chi und Rho. Abblende.

Rom. Die Päpstliche Kommission für christliche Archäologie beschäftigt sich mit der Erforschung und dem Erhalt der Katakomben. Hier wurden bei den Aushebearbeiten für ein neues Bürogebäude die Fundamente eines antiken Hauses gefunden. Nichts Außergewöhnliches in der Ewigen Stadt. Was aber das Interesse der Archäologen geweckt hat, ist eine Platte im Innern des Hauses. Unter der Platte verbergen sich die Stufen einer Treppe, die ins unterirdische Rom geführt haben könnte. Besteht hier eine Verbindung zu einer der siebzig Katakomben, die außerhalb der antiken Stadtmauern unter den Ausfallstraßen der Hauptstadt angelegt worden sind?

Rom heute. Die verkehrsreiche Via Latina. Ein Wagen hält vor einer Baustelle, auf dem Heck ist ein Fischsymbol aufgeklebt. Der Fahrer steigt aus, er hat Pläne unter dem Arm. Wir folgen ihm zur Baustelle, auf der momentan allerdings nur Archäologen beschäftigt sind.

Den Plänen nach zu urteilen befindet sich der Treppenzugang nur etwa fünfzehn Meter von einem in acht Meter Tiefe liegenden Katakombengang entfernt. Führt die Treppe dorthin? Wird man vielleicht sogar bislang unbekannte Grabräume entdecken? Oder handelt es sich nur um einen antiken Weinkeller? Etwa zwanzig Tonnen Ruinenschutt und zwei Wochen harte Arbeit liegen vor den Wissenschaftlern.

Auf den ausgebreiteten Plänen ist eine großformatige Darstellung des verzweigten Katakombensystems an der Via Latina zu erkennen. Der angekommene Archäologe legt einen aktuellen Straßenplan als transparente Folie darüber. Mit Fingerzeigen wird die italienisch geführte Diskussion erläutert.

Der Nachweis ist erbracht: aus ihren Privathäusern heraus konnten sich die Christen über geheime Gänge in die Katakomben zurückziehen. Warum sollten sie von dieser Möglichkeit nicht auch bei nahender Gefahr Gebrauch machen? Der Zugang kann aber nicht belegen, daû die Christen auch über längere Zeiträume - Wochen oder Monate - in den Katakomben Zuflucht gesucht haben. Vieles spricht dagegen: Das Katakombensystem dürfte auch der römischen Geheimpolizei bekannt gewesen sein. Und die Regel, daß Begräbnisstätten tabu und somit auch dem Zugriff staatlicher Organe entzogen waren, konnte auf die christlichen Katakomben nicht angewendet worden sein - das Christentum war keine anerkannte Religion.

Dynamische Grabungssequenz im Tag/Nacht-Wechsel. Musik. Die Sequenz endet mit dem aufgeregten Schrei eines Wissenschaftlers. Zusammen mit den herbeigerufenen Kollegen bahnt sich die Kamera einen Weg durch den ausgegrabenen Gang. Am Kopfende ist ein ballgroßes Loch entstanden, dahinter ist es dunkel. Der Kegel einer Taschenlampe erschließt punktuell eine gegenüberliegende Wand, auf der Wandmalereien im 'Antoninischen Stil' zu erkennen sind. Das Staunen der Wissenschaftler.

Grafik: der bekannte Katakombenplan wird um eine neue Eintragung ergänzt. Per 3D-Animation wächst das rekonstruierte antike Haus aus dem zweidimensionalen Plan heraus, per Animation geht es ins Haus hinein und zu der Deckplatte, die geöffnet wird. Über die Treppe und den unterirdischen Gang erreichen wir einen Zweig der Katakombe an der Via Latina. Von der CAD-Innenansicht in die reale Katakombe überblenden.

Wozu dienten die Katakomben aber dann? Handelt es sich lediglich um sehr aufwendig gebaute Grabstätten?

Gang durch die Katakombe Panfilo.

In fünf Stockwerken übereinander wurden die Leichname beerdigt. In den Mörtel, der die Grabschächte abdeckt, wurden Namen und Gegenstände eingelassen, damit die Angehörigen auch die Gräber ihrer Toten wiederfinden konnten. Wohlhabende Familien ließen ihre Gruften bemalen. Die Motive beweisen, daß die christliche Botschaft in erster Linie unter den Heiden zahlreiche neue Anhänger fand.

Details aus der Katakombe Panfilo

Hier wird Christus als Orpheus mit der Harfe dargestellt. Hier der Christengott als Variation des heidnischen Sonnengottes, der seinen Wagen täglich von Ost nach West über das Firmament lenkt.

Katakombe SS. Pietro e Marcellino

Christus als Lehrer im Kreis der Apostel (Domitilla) mit den Aposteln. Christus als 'guter Hirte' mit dem geschulterten Lamm (Cubiculum der Lucinagruft) und als Lehrer mit der Schriftrolle (Hypogäum degli Aurei/S. Callisto). Christus als Wunderheiler mit dem Zauberstab (SS. Pietro e Marcellino), Christus bei der wunderbaren Brotvermehrung (SS. Pietro e Marcellino). Wo aber ist das Kreuz?

Coemeterium Maius

Eine Christin in der frühchristlichen Gebetshaltung mit erhobenen Händen.

Christus als Lehrer, als Hirte, Wunderwirker, Heiler und als Herrscher. Nirgends aber ein Kruzifix. Soweit dies aus den Motiven der Katakombenmalerei herauszulesen ist, spielte die Passion des Erlösers und sein Tod am Kreuz in der frühchristlichen Kirche offenbar keine Rolle.

Suchender Kamerablick entlang von Wandmalereien.

Die christlichen Katakomben - es sind weder Zufluchtsstätten noch unterirdische Kirchen. Es sind Friedhöfe, aber was für welche! Sie sind das spirituelle Zentrum der jungen Gemeinden, hier festigt sich das Profil einer eigenen christlichen Identität - mit einer gemeinsamen Bildersprache und mit der Verehrung für die standhaften Blutzeugen des neuen Glaubens, den Märtyrern, die hier beerdigt sind.

Katakombe S. Sebastiano. Die Kamera biegt um eine Ecke und findet die Grabkammer des Sebastian.

Märtyrer wie der Hauptmann Sebastian, der durch die Pfeile seiner eigenen Soldaten starb. Ein Hauptmann - als Märtyrer? War das nicht ein fundamentaler Widerspruch? Konnte ein Christ Soldat sein? War nicht der Pazifismus für die Bekehrten ein unverrückbares Gesetz? Was war passiert?

Plötzlich wird die dunkle Grabkammer in gleißendes weißes Licht getaucht. Die Schlußszene des Prologs wird wiederholt. Ein Pfeil konkretisiert sich in der unteren Bildmitte. Mit einem akustischen Akzent rast die Kamera mit dem Pfeil (Animation) auf den Sebastian-Darsteller zu. Mit dem Auftreffen löst sich das Bild vollends in weiß auf. Allmähliche Einblendung der Bellini-Skulptur des getroffenen Sebastian (S. Sebastiano-Katakombe).

Die christlichen Urgemeinden lebten aus dem Pneuma, aus dem Geist, aus der apokalyptischen Gewißheit, daß das Weltende nahe bevorstand. Nun waren aber bereits drei lange Jahrhunderte vergangen! Die Endzeitvisionen der frühen Gemeinden fingen an zu verblassen. Allmählich beginnen die Christen, sich auf der Erde dauerhafter einzurichten.

Die Kamera steigt durch die Erdschichten senkrecht nach oben auf (Highlander!), durchbricht die Oberfläche, taucht neben dem eingeführten römischen Soldaten auf, der auf einem kleinen Hügel Wache hält. Das Mittagslicht eines Tages im späten Oktober.

Auch ein Christ benötigt einen Lebensunterhalt, und für viele - freigelassene Sklaven, ehemalige Bauern - gab es zum Militärdienst keine Alternative. Gegen Ende des dritten Jahrhunderts sind die Christen unter den römischen Soldaten so zahlreich, daß Kaiser Diokletian zu gezielten Säuberungsaktionen in seinem Heer greifen muß.

Die Uniform des Mannes: Sandalen, Rock, Schwert, Helm, Abzeichen. Neben ihm ist die Kohortenstandarte in den Boden gerammt.

Es ist dies einer der letzten umfassenden Versuch, das Christentum aus der Welt zu tilgen. Auch Diokletian scheitert. Seine Nachfolger auf dem Kaiserthron geben die Verfolgungen auf. Das Toleranzedikt des heidnischen Kaisers Galerius vom 30. April 311 markiert den historischen Wendepunkt. Das Christentum ist dabei, sich gleichberechtigt neben den anderen Religionsgemeinschaften zu etablieren. Mehr noch. Ein Ereignis steht bevor, welches das Christentum in einer revolutionären Umwälzung über alle anderen Religionen im Reich erheben wird. Die Botschaft des Erlösers ist dabei, sich von einer verfolgten Untergrundkirche zur römischen Staatsreligion zu entwickeln.

Die Kamera umkreist den Wachsoldaten. Im Hintergrund ist zunächst ein Fluß, dann auf dem diesseitigen Ufer ein Feldlager der römischen Armee zu sehen.

Es sind Soldaten, die zu diesem entscheidenden Sieg des Christentums beitragen werden. Es nähert sich also die Stunde des Kreuzes, die Stunde des Lichts.

Totale: Blick vom Feldlager aus auf den Wachsoldaten. Die Sonne steht direkt hinter der Standarte, deren Querholz zusammen mit dem Schaft das Zeichen des Kreuzes ergibt.

Gegen die Mittagszeit des 27. Oktober 312 sieht Konstantin eine Lichterscheinung am Himmel. Es ist das Christusmonogramm. Eine Stimme weist ihn an, die Schilder seiner Soldaten mit dem Symbol zu versehen: 'In diesem Zeichen siege!'

Groß: Durch die Reflektion vergoldeter Teile an der Standarte entsteht eine Lichtgebilde, das ein querliegendes X ergibt, dessen oberer Arm umgebogen ist (Computeranimation). Musikeinsatz. Rücksprung in die Totale: Die Lichterscheinung riesengroß über der dunklen Silhouette des Feldlagers.

Konstantin hatte sich auf eine längere Belagerung der Hauptstadt eingestellt, als ihm seine Späher das Anrücken von Truppen seines Gegners Maxentius melden.

Eine Münze mit dem 'Labarum', der Kaiserstandarte mit aufgesetztem XP. Überblendung in die halbplastische Schlachtszene auf dem Konstantinsbogen in Rom.

Maxentius hatte nach einem Schicksalszeichen gesucht und das Orakel befragt: Die Prophezeiung sagt ihm den Tod der Feinde Roms vor den Toren der Stadt voraus. Nun wähnt sich Maxentius als sicherer Sieger, wenn er die Schlacht im offenen Feld führen kann. Um Konstantins Vormarsch aufzuhalten hatte er die steinerne Milvische Brücke abreißen lassen. Der Tiber führt Hochwasser, alle Furten sind unpassierbar. Jenseits des Flußes lagert Konstantin mit seinen Truppen. Damit sich der Orakelspruch erfüllen kann, läût Maxentius eine Behelfsbrücke aus schwimmenden Pontons anlegen. Am 28. Oktober 312 stehen sich etwa 200.000 gut ausgebildete und kampferprobte Soldaten gegenüber.

Römische Flußpioniere treideln schwimmende Holzpontons in Stellung und vertäuen sie miteinander.

Der Kampf wird mit äußerster Erbitterung geführt. Es gelingt Konstantin, mit seinen zahlenmäßig unterlegenen Truppen die Eliteeinheiten und vor allem die Leibgarde seines Gegners aufzureiben. Maxentius selbst gerät in das Schlachtgetümmel. Er befindet sich auf der Brücke, als sein Pferd scheut.

Inszenierte Kampfszenen auf der schwimmenden Holzbrücke (Schiffspontons). Deutlich ist das XP auf den Schildern der Soldaten der einen Seite zu erkennen. Blick vom Wasser aus: vereinzelt fallen Kämpfer von den Stegen und versinken im Wasser.

Maxentius, in voller Schlachtrüstung, versinkt im Tiber wie Blei. Konstantin hat gesiegt.

Stunt: Pferd und Kaiser fallen ins Wasser. Unter Wasser: Während das Tier an Land schwimmt, gleitet der Kamerablick mit dem bewußtlos absinkenden Kaiser bis auf den Boden des Flußbetts.

Die Milvische Brücke heute. Hatte sich hier im Jahre 312 das Schicksal des Christentums entschieden? Konstantin hatte in jener Schlacht niemand anderes als den Bruder seiner Frau besiegt, seinen Schwager. Beider Verhältnis gegenüber den Christen ist ähnlich. Beide praktizieren das Toleranzedikt des Galerius. Beide, Maxentius und Konstantin, lassen Christen unter ihren Soldaten zu. Inwiefern also ist die Schlacht an der Milvischen Brücke und der Sieg Konstantins als Durchbruch des Christentums zu bewerten?

Die Milvische Brücke heute. Mittagslicht. Träge wälzt sich der Tiber durch die steinernen Pfeiler. Vereinzelt fahren Autos vorbei. Die Kamera versucht, identifizierbare und mit dem Schlachtgeschehen korrespondierende Ortsmerkmale zu finden.

Während seines Kampfes um die Alleinherrschaft im Römischen Reich ist Konstantin noch weit davon entfernt, Christ zu sein. Er betet zu einem Allerhöchsten Gott, den er mit der Sonne identifiziert. Konstantin ist ein uneheliches Kind. Zur Legitimierung seines Machtsanspruches läût er seinen verstorbenen Vater durch eine kultische Zeremonie zu einem Gott machen. Er selbst wird dadurch zum Sohn eines Gottes. Erst Jahrzehnte später werden die heidnischen Symbole in den Portraits des Konstantin durch christliche ersetzt.

Darstellungen des Konstantin (Plastiken, Münzen, Koloß, etc.)

Wie dann ist die Bedeutung des christlichen Lichtzeichens an der Milvischen Brücke zu erklären? Maxentius ist Herrscher über die römischen Stammlande. Er hat die Mauern der Hauptstadt verstärkt und die großen Städte Norditaliens zu Festungen ausgebaut. Konstantin herrscht in Gallien, Trier ist sein Verwaltungszentrum. Sein Feldzug gegen Maxentius ist voller Hindernisse. Verona und Segusio kann er erst nach mehrwöchigen Belagerungen einnehmen. Konstantins Truppen erleiden sogar eine militärische Niederlage. Dann kommt es zu einer ersten direkten Auseinandersetzung mit Maxentius dreizehn Kilometer nördlich von Rom, bei einem Ort, den man Roter Fels nennt. Hier erkämpft sich Konstantin Vorteile, zu einer Entscheidung kommt es an dieser Stelle jedoch nicht. Maxentius zieht sich in die befestigte Hauptstadt zurück. Eine Belagerung würde Konstantin und seinen Truppen größte Anstrengungen abverlangen. Jeder Tag würde eine Verschlechterung der Versorgungslage bringen, der Winter naht, es würde Epidemien geben.

Landkarte mit Einblendungen der antiken Städte und der Feldzugsstrecke. Eingeblendet: Kampfszenen, inmitten spätsommerlich verdorrter Felder marschierende Legionäre, eine Staubwolke hinter sich herziehend, brennende Häuser, marschierende Truppen im Wolkenbruch.

In dieser Lage benötigte Konstantin ein Zeichen. Ein Zeichen, das seinem erschöpften Heer einen sicheren Sieg in Aussicht stellte.

 

Was genau Konstantin am Vortag der Schlacht an der Milvischen Brücke gesehen hat, muß Vermutung bleiben. Entscheidend war der Glaube Konstantins, den militärischen Erfolg mit Hilfe des Gottes erreicht zu haben, den die Christen als den ihren verstanden.

Da capo: Die Lichterscheinung am klaren herbstlichen Himmel.

Als Zeichen seines Dankes stiftet er - nach seinem triumphalen Einzug in Rom - dem Gott der Christen auf dem ehemaligen Kasernengelände am Lateran eine Kirche.

Kranfahrt rückwärts von der animierten Lichterscheinung durch das Tor des Konstantinischen Triumphbogens. Fortsetzung der Kranfahrt entlang der Kassettenflächen mit den entsprechenden halbplastischen Szenen.

Die konstantinischen Kirchenbauten sind steinerne Zeugnisse einer Idee, die den wahren Hintergrund für den Schulterschluß des siegreichen Kaisers mit dem neuen Erlöserglauben belegen. Ihre Architektur ist die der antiken mehrsschiffigen Palastbasilika. Es ist die Architektur der kaiserlichen Herrschaft. In der Apsis, auf die das Mittelschiff perspektivisch zuläuft, thront nicht mehr der Kaiser, sondern Gott. Aber Gott ist bekleidet wie ein Kaiser, seine Gesten sind die eines römischen Herrschers und das überwältigend reich ausgestattete Gebäude trägt seinem absoluten Herrschaftsanspruch Rechnung.

San Giovanni in Laterano: Modell des ursprünglichen Baus. Überblendung in den Innenraum einer spätantiken Kirchenbasilika, etwa S. Appolinare in Classe, Ravenna.

Die Idee, die in den großen Kirchenbauten des 4. Jahrhunderts zum Ausdruck kommt ist die Idee der Allianz von Glauben und Herrschaft. Mehr als eineinhalb Jahrtausende wird sie die Entwicklung des christlichen Abendlandes entscheidend prägen. Konstantin sieht in der verwirrenden religiösen Vielfalt im spätantiken Rom eine Entsprechung für die Zersplitterung der Machtverhältnisse. Nach der Abdankung Diokletians kämpfen neben Konstantin sechs weitere Caesaren um die Vormachtstellung. Das Christentum hatte auf dem Gebiet des Glaubens reinen Tisch gemacht. Er, Konstantin, wird auf dem Gebiet der irdischen Herrschaft dasselbe tun. Der Christengott ist kompromißlos - er duldet keine anderen Götter neben sich. Das ist die Gleichung, die Konstantin auf dem Wege zur Alleinherrschaft im Christentum sieht: ein Gott, ein Kaiser. Eine Kirche, ein Reich.

Weitere konstantinische Kirchenstiftungen im Modell: Grabeskirche Jerusalem, Geburtskirche Bethlehem, etc. Zum Schluß Vogelperspektive (Hubschrauber) auf den Petersdom heute.

Hinter Konstantins partnerschaftlichem Verhältnis zu den Christen stehen aber auch handfeste administrative Gründe. Das dritte Jahrhundert hatte einen völligen Zerfall des gesellschaftlichen Konsens gebracht. Die Bauern wehren sich gegen Großgrundbesitzer und Beamte, das städtische Proletariat bekämpft das städtische Bürgertum und jedermann haßt die Armee. Es gibt zu Beginn des 4. Jahrhunderts nur eine Kraft, die die auseinanderstrebenden Bevölkerungsgruppen zusammenhalten kann - das Christentum.

Die ehemaligen Weltverweigerer hatten sich zu einer professionell geführten Organisation entwickelt. Der enorme Missionserfolg unter den Heiden hatte Größe und Zahl der Gemeinden anwachsen lassen. Im Jahre 246 erhebt das kleine Königtum Nisibis an der Ostgrenze des Reiches das Christentum zur Staatsreligion. In Kleinasien, insbesondere auf dem Gebiet der heutigen Türkei, liegt der christliche Bevölkerungsanteil bei über einem Drittel. Um die Zeit der Konstantinischen Wende ist jeder fünfte Römer Christ. Eine Kirchenhierarchie mit besoldeten Bischöfen, Diakonen, Exorzisten und Missionaren hat sich herausgebildet.

Der Hubschrauber setzt sich zu einem Flug über die Altstadt von Rom in Bewegung, die zahlreichen Kirchenbauten als jeweils neues visuelles Ziel erfassend, an- und überfliegend.

Und noch etwas spricht für ein Bündnis mit den Anhängern des Erlöserglaubens. Die christliche Kirche hatte in den Zeiten von Not und Verfolgung eine Einrichtung entwickelt, die die römische Verwaltung an Effizienz bei weitem übertraf - die Hilfs- und Solidargemeinschaft der Diakonie. Die Kirche kümmert sich um soziale Sicherheit: sie sorgt für Witwen, Waisen, Arme, Arbeitslose und Behinderte. Mitte des dritten Jahrhunderts verzeichnet das Register der christlichen Gemeinden Roms eintausendfünfhundert Bedürftige, die die tägliche Armenspeisung in Anspruch nehmen. Was ursprünglich als Instrument der Missionierung diente, hatte sich zu einer konsensstiftenden Geste der Menschlichkeit gewandelt. Organisierte Nächstenliebe - eine Tradition, die bis heute gebraucht und praktiziert wird.

Zuletzt wird die Kirche Sta Maria im Stadtteil Trastevere angeflogen. Vor der Kirche hat sich eine Menschenmenge versammelt. Umschnitt nach unten. Das Weihnachtsessen für die Armen der Stadt. Mehr als eintausend Bedürftige drängen sich in den Gemeindesaal. Gesichter.

Neben dem Segen des Christengottes für seine Unternehmungen und des verwandten Absolutheitsanspruches ist es vor allem der soziale Frieden, den sich Konstantin verspricht, als er das Christentum zu einer Stütze der römischen Gesellschaft macht. Aber er erwartet noch mehr.

Verdichtung auf ein großes Gemälde im Speisesaal: die Speisung der Fünftausend. (Eventuell als szenisches Detail aus dem entstehenden Panoramabild der Serie.) Halbnah: Christus steht mit erhobenem Brotkorb über der Menschenmenge, sein Blick ist zum Himmel gerichtet.

Im Jahre 324 besiegt Konstantin seinen letzten Konkurrenten um die Macht. Er, Konstantin, aus der unehelichen Verbindung seines Vaters mit einer Kellnerin entstanden, ist Alleinherrscher über das größte Reich der damaligen Welt geworden. Auf Büsten und Münzportraits gibt Konstantin zu verstehen, wem er diesen sagenhaften Erfolg zu verdanken hat. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern auf dem Kaiserthron schaut er nicht mehr in einer triumphalen Geste von oben herab auf die unterworfene Welt. Konstantins Blick selbst richtet sich nach oben, dorthin, wo er den Gönner seiner Siege vermutet. Gott zu Ehren wird er den Tag der Sonne zum wöchentlichen Feiertag erheben, er wird den 25. Dezember, den Feiertag des alten Sonnengottes, zum höchsten Feiertag der Christenheit machen. Er wird das Zeichen des Kreuzes zu einer Insignie seiner Herrschaft machen, und er wird dem Christengott eine Stadt bauen, ein neues Rom, in dem kein einziger heidnischer Tempel stehen wird, sondern nur noch Kirchen - Konstantinopel.

Konsekrationsmünzen mit dem Portrait Konstantins, Büsten, das Labarum (Feldzeichen) Konstantins, zum Schluß Details und Totale einer frühen Stadtansicht von Konstantinopel.

Das Christentum ist auf dem Wege, Staatsreligion zu werden. Allerdings muß die Kirche vorher noch eine entscheidende Bedingung erfüllen - sie muß einig sein. In den ersten drei Jahrhunderten hatten sich nebeneinander eine ganze Reihe von christlichen Glaubensgemeinschaften entwickelt. Marcionisten und Montanisten etwa, deren Anführer durch persönliche Offenbarungserlebnisse mit ihren Bischöfen in Konflikt geraten waren und eigene Kirchen gegründet hatten. Oder die Arianer, die die dreifaltige Erscheinung Gottes mit Vater, Sohn und Heiliger Geist als Rückfall in die alte Vielgötterei verstanden und bekämpften.

In den Zeiten der Verfolgung hatte man sich gegenseitig geduldet, sogar Solidarität geübt. Nun, da es an die Verteilung der Macht geht, brechen die dogmatischen Differenzen umso heftiger hervor.

Eine Tagung des World Council of Christian Churches. Kleriker aus allen Erdteilen strömen zu Beginn des Sitzungstages in eine Kongresshalle. Diskutierende Gruppen (Analogien zum Sprechertext herausarbeiten). (Alternativ: Bonifatiusprozessionen, Herbsttagung der Deutschen Bischofskonferenz, Festgottesdienst im Dom zu Fulda.)

Konstantin erkennt die Gefahr, die von den dogmatischen Streitigkeiten ausgeht. Bereits 325, im Jahre eins seiner Alleinherrschaft, beruft der Kaiser alle Bischöfe zu einem ersten allgemeinen Konzil.

Die kirchenpolitischen Weichen sind schnell gestellt. Die Grundregel lautet ab sofort: Tue nichts ohne das Einverständnis deines Bischofs. Die Zeit der Propheten ist mit dem Sieg des Christentums unter Konstantin vorbei. Bischöfe verwalten nicht nur die rechtgläubige Tradition, sondern von nun an auch die Offenbarungen des Heiligen Geistes. Sie sind die Garanten der christlichen Wahrheit und dabei gleichzeitig zuverlässige Ansprechpartner der weltlichen Herrscher. Die radikalchristlichen Bewegungen des Marcion und des Montanus stehen durch ihre Weigerung, in die Weltpolitik einzugreifen, von vorneherein auf verlorenem Posten. Sie werden als Sektierer verurteilt, verfolgt, ihre Schriften und Kirchen werden verbrannt. Die Kirche verabschiedet sich von ihrer eigenen Frühzeit.

Der Sitzungssaal der WCC-Tagung. Das Podium, das Grußwort eines international bekannten Politikers, die sitzenden Teilnehmer (wiederum Analogien zum Sprechertext herausarbeiten).

Brennende Fragen drängen sich auf - gab es wirklich keine Möglichkeit zum Kompromiß? Warum wendet die Kirche gegenüber den Sektierern die gleiche Brutalität und Intoleranz an, die sie bei den Verfolgungen selber erdulden mußte? Ist nun auch das Opfer der Märtyrer, die nicht der rechtgläubigen Glaubensrichtung anhingen, umsonst gewesen?

Groß: Kamerafahrt über die Gesichter der sitzenden Kongressteilnehmer. Am Ende der Sitzreihe unmerklicher Lichtwechsel und räumliche Isolierung durch einen eingehängten Hintergrund. Die Fahrt endet auf der eingeführten marmornen Büste der Perpetua.

Langwieriger wird der Konflikt mit den Anhängern des Bischofs Arius. Die Arianer verlangen die monotheistische Zuspitzung der Gotteserscheinung auf einen übergeordneten Vater, dem der Sohn nur ähnlich, aber nicht gleich ist. Die rechtgläubigen Widersacher berufen sich auf die Schriften, um die Gleichrangigkeit der Dreifaltigkeit zu beweisen. Die Diskussion über die Dreifaltigkeit springt dann auf die Frage nach der Natur des Gottessohnes über - ist er mehr Mensch oder mehr Gott? Vier Konzilien und mehr als einhundertfünfzig Jahre vergehen, bis eine Kompromißformel den Gottessohn "als wahren Mensch und wahren Gott" beschreibt. Die Konzilsentscheidungen schlagen sich in den unterschiedlichen Versionen des christlichen Glaubensbekenntnisses nieder.

Variation der Kongreßbilder. Auf Standtafeln am Rande der Sitzungssaales finden sich zuerst verschiedene Darstellungen der Dreifaltigkeit (Gott mit drei Gesichtern, etc.), dann der zentrale Satz des Glaubensbekenntnisses, der ausgehend vom Romanum in die verschiedenen Neuformulierungen (Symbolum, Henotikon) verwandelt wird.

Die Durchsetzung der Konzilsbeschlüsse wird zur Staatssache. Konstantin etwa verhängt über Arius und seine Anhänger die Verbannung. Christliche Theologie und kaiserliche Politik gehen fortan eine schicksalhafte Verbindung ein.

Festlicher Abschlußgottesdienst des WCC.

Unter Kaiser Theodosius wird das Christentum endgültig zur Staatskirche. Im Jahre 391 verbietet er - bei der Todesstrafe - alle heidnischen Kulte. Auch die Olympischen Spiele werden abgeschafft. Das Christentum muß im Einflußbereich der römischen Kaiser keine religiöse Konkurrenz mehr fürchten. Der Preis für die Exklusivität ist hoch. Die Kaiser werden die Kirche als Machtinstrument mißbrauchen und sie bevormunden. Opportunisten und Mitläufer ohne wahre christliche Überzeugung überschwemmen die Gemeinden. Unkontrollierte Tempelpogrome sind an der Tagesordnung, bekennende Heiden werden verfolgt wie vorher die Christen.

Tempelruinen in nordafrikanischer Landschaft.

Die Verbindung von Staat und Kirche wirft neue theologische Probleme auf. Wenn man an der Seite der staatlichen Macht steht, kann man diese nicht mehr für die Übel in der Welt verantwortlich machen. Naturkatastrophen, Epidemien, verlorene Kriege - wie konnte der einzig wahre Gott dies noch zulassen, nun, da er den Kampf um die Macht auf der Erde - jedenfalls im römischen Reich - gewonnen hatte. Die Beantwortung dieser alles entscheidenden Frage über die Herkunft des Bösen in der Welt ist mit einem Mann verbunden, der wie kein anderer Kirchenvater das Erscheinungsbild und die Ideologie der christlichen Kirche prägen wird - Augustinus.

In der Ruinenstadt steht neben den verfallenen Tempeln auch eine (koptische) Kirche, die auf einer Seite bereits zur Hälfte im Sand versunken ist.

Augustinus wird 354 in Thagaste im heutigen Tunesien in einer begüterten römischen Familie geboren. Er studiert in Karthago, wo er unter den Einfluß der Manich‚er gerät, einer christlichen Sekte, die wie die Montanisten allen irdischen Dingen - Worten, Arbeit, Ehe und der eigenen Körperlichkeit - mit extremem Mißtrauen begegnen. Mit dreißig übersiedelt Augustinus nach Rom, wo ein Bekehrungserlebnis seinem Leben eine Wendung gibt. Er bricht eine vielversprechende Karriere ebenso ab wie die langjährige Beziehung zu einer Geliebten. Er läßt sich taufen und wendet sich dem Studium und der Auslegung der Heiligen Schriften zu. Mit vierzig wird er Bischof und greift entscheidend in die theologische Auseinandersetzung ein.

Als farbige Fresken in die hellen Wände der im Sand versinkenden Kirche (Südsudan) eingeblendet: verschiedene Augustinusbilder (szenische Analogie).

Der zentrale Streit entzündet sich an dem Begriff der Erbsünde. Für Augustinus gibt es nur eine Antwort auf die Frage, wie das Böse in der Welt auch nach dem Sieg des Christentums zu erklären ist. Adam hat durch den Sündenfall im Paradies eine Erbschuld auf das Menschengeschlecht geladen, an der alle Menschen abzuzahlen haben, egal wie ihre persönliche Sündenbilanz aussieht.

Ein anatomischer Lehrsaal. Ein plastinierter männlicher und ein plastinierter weiblicher Leichnam (von Hagens, Heidelberg).

Als Beweis nimmt er mißgebildete, tot- oder krankgeborene Kinder. Ihre Qualen und ihr Tod können nicht durch selbst verursachte Schuld erklärt werden.

Fahrt: mißgebildete Föten, Embryos und Kleinstkinder in den Glashafen einer anatomischen Lehranstalt.

Augustinus hat mächtige Gegner. Sie verneinen, daß ein Mensch, selbst wenn es Adam gewesen sein sollte, soviel Schuld über das Menschengeschlecht hätte bringen können. Nach ihrem Verständnis ist der Aufenthalt auf Erden keine Strafe, sondern eine Prüfung. An deren Ende würde Gott den folgsamen unter seinen irdischen Geschöpfen eine Rückkehr ins Paradies ermöglichen. Seine Gegner werfen Augustinus den Rückfall in die unerbittliche Weltsicht der manichäischen Sektierer vor. Augustinus weiß aber neben theologischen Argumenten auch alle erdenklichen Machtmittel einzusetzen. Den römischen Klerus, der sich unter den Bischofssitzen bald als meinungsführend herausarbeitet, besticht er durch die Schenkung von 80 numidischen Zuchthengsten. Augustinus kann sich schließlich durchsetzen, er erklärt seine Gegner zu Ketzern und läßt sie verfolgen.

Geschichteter plastinierter Leichnam (von Hagens, Heidelberg). Fahrt über die in verschiedenen Farben leuchtenden Gewebeschichten, Strukturen werden erkennbar, ein Gelenk, Finger, eine Hand. Fahrt entlang der Muskelschichten über Schulter und Hals zum Kopf mit Ohren, Augen, Gehirn.

Das Bild vom rächenden Gott und der Sündenverfallenheit des Menschengeschlechts wird bis in die Neuzeit den christlichen Horizont verfinstern.

Langsam windet sich eine schwarz/weiß gescheckte Schlange ins Bild. Der Kamerablick folgt ihr über die große Schichtplatte.

Mit der Durchsetzung der augustinischen Sicht nimmt auch eine Entwicklung ihren Abschluß, die die Frauen, die in der frühen Kirche die Garanten des Missionserfolgs gewesen waren, in eine passive, untergeordnete Rolle zurückdrängt. Während in den heidnischen Kulten Priesterinnen nichts ungewöhnliches darstellten, schließt die Christenkirche höhere Ämter für Frauen aus. Lediglich auf der Ebene von Diakonissen wird die praktische Mitarbeit von Frauen geduldet. Begleitet wird diese Entwicklung von einer Dämonisierung des Weiblichen.

Antike Frauendarstellungen. Frauen im Tschador von heute, per Zeitlupe und monochromatischer Einfärbung verfremdet. Zum Schluß Überblendung in antike Versuchungsdarstellungen. Die bekannte Schlange (chroma key) bahnt sich ihren Weg über darüber.

Das Märtyrertum nimmt im Kampf gegen das Böse neue Formen an. Der Einsiedler Antonius ist der Erste, von dem wir wissen, daß er die Herausforderung des Teufels angenommen hat. Durch Einsamkeit, ständige Konzentration auf Gott, durch Herrschaft über den Körper und kompromißlose Askese soll das Böse besiegt werden. Antonius geht in die Wüste, um den Satan sozusagen auf dessen Boden anzugreifen.

Die Schlange zieht den Kamerablick mit in das Panorama einer Salzwüste (Chott-el-Cherid, Südtunesien). In mehreren hundert Metern Entfernung ist hinter dem Hitzeschleier der Fata Morgana die dunkle Gestalt eines einzelnen Mannes zu erahnen. Schnelle Annäherung.

Antonius findet Nachfolger - Styliten, die über Jahre auf einer Säule leben. Oder Eremiten, die sich anketten und sogar einmauern lassen, um für das Ewige Leben zu Leiden.

Die immer noch entfernte Gestalt scheint senkrecht aufzusteigen. Unter ihr wächst eine antike Säule auf zehn Meter Höhe. Dann: Eremitenskelett aus dem Ägyptischen Museum in Kairo. Am Fußgelenk hängt immer noch eine verrostete, schwere Kette. Langsam windet sich die Schlange durch den Knochenmann.

Die Zeit der frühen Christen. Eine Epoche der Angst, aber auch der Hoffnung. Aus einem Glauben wird eine Institution, aus einer verfolgten Sekte wird am Ende die Kirche der Macht. Aber auch sie kann den Verfall des einstigen Weltreiches nicht aufhalten.

Fahrt von außen: ein gut erhaltenes Stück der Stadtmauern Roms im letzten Abendlicht. Vereinzelte Fackeln. Dunkelblau der Himmel.

Rom im Jahre 455. Die militärische Verteidigung des Reiches ist zusammengebrochen. Nahezu unbehindert hat das Vandalenheer unter Geiserich die ehemalige Hauptstadt erreicht. Eine verheerende Belagerung beginnt. Unter den Eingeschlossenen befindet sich auch der Papst. Die Lage ist hoffnungslos. Wird die christliche Kirche, die ihr Schicksal so eng an den römischen Machtapparat geknüpft hat, wird diese Kirche den Untergang Roms überleben?

Ransprung. Der bekannte Soldat hält Wache. Von außen über die Zinnen: hinter dem Soldaten zeichnet sich die Silhouette eines Kirchturms vor dem Himmel ab.

 

Überblendung. Eine Hand mit einem Pinsel vollendet die Konturen des Kirchenbaus. Rückfahrt in eine gemalte Halbtotale der gerade gesehenen Szene (Atelier). Nachspann und Abblende.

Vorgelegt von:

 

Friedrich Klütsch