2000 Jahre Christentum
Folge 12
13. Februar 2000
Pforten der Hölle
Das Christentum in Weltkrieg und Diktatur
Buch: Matthias Unterburg
Regie: Matthias Unterburg
Redaktion: Hubert Schöne
1. Für Gott und Vaterland
2. Roter Oktober
3. Pakt mit dem Faschismus
4. Das "braune Evangelium"
5. Spanischer Bürgerkrieg
6. Vatikan und Holocaust
8. Totaler Krieg
9. Die Kirche des Diktators
10. Der Untergang
11. Hoffnung und Zweifel
Vorspann
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Kreuz eines Soldatengrabes (Verdun, Fort Douaumont o.ä.). Die Kamera fährt nach oben und zieht langsam auf. Immer mehr Kreuze kommen ins Bild. Zuletzt ein unübersehbares Meer von Kreuzen. (elegisches Thema) |
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Die "gute alte Zeit". Sommer 1914. Eine längst versunkene Welt. Eine Sommeridyll. Es ist der letzte Sommer vor dem Krieg. Hinter der schönen Fassade viel Not und Elend. Internationale Spannungen. Politische Krisen. Die Menschen scheinen es nicht wahrhaben zu wollen. |
Archiv Blende in: frühes laufendes Material vor 1914 (teils Amateurfilme), Sommerszenen, beginnend mit einer Fahrt (von Tram oder Zug, ZL BA 2707 Eine Fahrt durch Wien 1912/13), dann Straßenszenen, Biergarten, geselliges Leben, Fabriken - auf den Bildern erkennt man auch die Armut und das Elend der Zeit. (BA, Stadtarch. MÜ, Österr. Filmarchiv) (Thema) |
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8. Juni 1914, Sarajewo. Der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau besuchen ihre rebellischen Untertanen. Man sagt, nur Franz Ferdinand könne die österreichisch-ungarische Monarchie noch retten. Ein Schuß, abgefeuert von einem serbischen Nationalisten, macht jeder Illusion ein Ende. Ein Schuß bringt das ganze Kartenhaus zum Einsturz. Kriegserklärung folgt auf Kriegserklärung. Der Erste Weltkrieg beginnt. |
Archiv Bewegtes Material vom östereichischen Thronfolgerpaar, dann schnelle Montage aus Fotos von Sarajewo (BA 1044 Sarajewo 1914) (Pistolenschuß, dann ein Schlachtfeldgewitter) |
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Archiv Erdbrocken spritzen, eine explodierende Granate (nachgestelltes Mat.), dann Sturm aus den Schützengräben, Bilder zeigen die Verwüstung des Schlachtfelds. (BA 3192 Ein Kampftag an der Westfront etc.) |
Titel: IM ZEICHEN DES KREUZES
Pforten der Hölle
1. Für Gott und Vaterland
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Zuerst ist der Jubel groß, überall in Europa. Ein kurzer Krieg, glaubt man, werde die Menschen und Nationen läutern. Der Krieg als moralische Anstalt. Überall ziehen die Männer mit Begeisterung an die Front. Auf den Koppelschlössern steht "Für Gott und Vaterland" |
Archiv Abmarsch von Truppen, jubelnde Massen, Kriegsbegeisterung in Deutschland, Frankreich, England. (BA 983/3130) (dramatisches Thema, Trommeln) |
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Nach wenigen Monaten steht der Kontinent in Flammen. In den grausamen Schlachten, im Granathagel, Maschinengewehrfeuer und Giftgas, stirbt eine ganze Generation. Mit unerhörtem Vernichtungswillen fallen die "christlichen" Völker Europas übereinander her. |
Archiv Bilder vom Stellungskrieg, Sturm über den Graben, Bilder von zerschundenen und desillusionierten Soldaten, Tote. (NA NWDNM-111-H-1545 War as it really is, BA 1299 Kämpfe vor Verdun) |
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Hinter der Front, in der friedlichen Heimat, feiert man die Heldentaten der mutigen Soldaten. Von den meisten Kanzeln überschlagen sich die Geistlichen in Kriegsbegeisterung und nationalem Stolz. Eine Sonntagspredigt: Sprecher 2: "Der Herr der Weltgeschichte nimmt und braucht das deutsche Volk als die Ausrichter seines Willens, als die Werkzeuge seiner Macht. Gott ist mit uns, er würdigt uns, Ausführer und Vollender seiner ungeheuren Ratschlüsse zu sein!" |
Archiv Geistliche segnen abziehende Soldaten, evt. Gottesdienste oder Freiluftmessen, verschiedene Einstellungen evt. mit Trickzoom. (BA, IWM, Pathé) |
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Aus dem Blitzkrieg wird eine jahrelange Ermüdungsschlacht. Das ist die erste Katastrophe des Jahrhunderts. Als der Krieg 1918 endlich aufhört sind die Menschen überall auf der Welt tief traumatisiert. Abblende |
(Sprecher 2 wird über die folgenden Bilder gezogen - dann klagendes Thema) Archiv Kriegsbilder wiederaufgenommen, schnelle Montage von Detonationen, einzelnen Soldaten (wie bei einem Sturmangriff), dann Fahrt (Trickzoom oder aus Originalmaterial) auf einen toten Soldaten zu (BA 1317) |
2. Roter Oktober
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Ein typisch russisches Glockengeläut, beginnend mit den schwenkenden Glocken nah, dann Mönche, die mit aller Kraft an den vielen Seilen ziehen - durch die Turmöffnungen sieht man auf die umliegende Landschaft (Turm eines Kloster oder einer großen Kirche, etwa Sagorsk etc.). (O-Ton Glockengeläut) |
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Rußland: die russisch-orthodoxe Kirche ist eine jahrhundertealte religiöse Tradition, tief verankert im Volk. Untrennbar ist sie zu Beginn des jahrhunderts mit dem zaristischen Staat verbunden. Keine der anderen Glaubensgemeinschaften im Land steht so sehr für das alte Rußland. |
Blende in: Orthodoxer Gottesdienst im Inneren einer Kirche; im Halbdunkel glänzt das Gold des Kirchenschmucks, Ikonen, Kerzen in der Nahaufnahme, ein Priester, Gläubige, halbnah. (In das Geläut mischt sich Gesang der orthodoxen Liturgie.) |
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Bilder aus der scheinbar goldenen Zeit: der russische Zar mit seiner Familie. Die Zarenkinder tanzen für die Kamera. Der Zar ist ein guter Familienvater - aber ein schlechter Herrscher. |
Archiv Blende in: Aufnahmen vom Beginn des Jahrhunderts: Die Zarenfamilie tritt aus ihrem Sommerhaus in den Garten. Putzige Zarenkinder tollen um einen blumengeschmückten Brunnen - beides hervorragende Bildqualität. (Arkeion, russische Archive) |
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Eine der vielen Prozessionen - kein feierlicher Anlaß ohne Gottesdienst, ohne geistliche Weihen. Die orthodoxe Kirche ist im Zarenreich Staatskirche, sogar Staatsbehörde. Die Volkskirche ist eine wichtige Stütze der Zarenherrrschaft. Sie ist ein Werkzeug der Mächtigen - der schmalen aristokratischen Oberschicht. |
Archiv: Eine Prozession mit der Zarenfamilie, mehrere Einstellungen. Dann Nahaufnahme eines kirchlichen Würdenträgers, der dem Patriarchen die Hand küßt, evt. mit Trickzoom. (Arkeion; russische Archive (Übergang in elegisches Thema Orthodoxie) |
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Die Mehrheit der russischen Bevölkerung lebt auf dem Land, arm und elend wie eh und je. Bilder aus Rußland um 1910: Bilder wie aus dem Mittelalter. Was bleibt den Menschen, außer dem Glauben? |
Archiv Ausgemergelte Landarbeiter bei der Arbeit, Menschen beim Treideln eines Binnenschiffes, Bilder wie aus dem Mittelalter, ein elendes Dorf mit schlechten Strohhütten, ca. 1910er. (Arkeion, russische Archive) |
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Popen, einfachen Priester, und Mönche bei ihrer täglichen Arbeit. Für die Fortschrittlichen im Lande sind sie Symbole des Unwissens und der Rückständigkeit, in der man die Menschen hält. Für sie ist klar: Die Macht der Orthodoxie über die Seelen des Volkes muß gebrochen werden- ganz gleich mit welchen Mitteln |
Archiv Ein Mönch oder Pope an einem Bienenstock, dann einige Mönche oder Popen, die durchs Bild gehen, ca. 1910er, leichte Zeitlupe. (Arkeion) |
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Rußland, im Oktober 1917. Politische Unruhen. Die revolutionäre Splittergruppe der Bolschewiki übernimmt im Handstreich die Macht. Es beginnt ein langer und blutiger Bürgerkrieg, "Rot" kämpft gegen "Weiß", die Farbe der Monarchie. Die Toten der Schlachten und Hungersnöte kann niemand mehr zählen. |
Archiv Blende in: Straßenszenen einer russischen Großstadt ca. 1917, dann Totale einer Massenversammlung, Straßenkämpfe. |
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Archiv Blende in: Marschierende und feuernde Truppen des Bürgerkriegs, Panzerzug etc. im Schnee, dann die furchtbaren Bilder vom Hunger im Winter 1921 (Arkeion, russische Archive) |
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Am Ende des furchtbaren Kriegs steht der Sieg der Kommunisten. Lenin richtet die Herrschaft der Partei auf - und schafft damit die Grundlagen der Diktatur. Bald tritt aus seinem Schatten sein Nachfolger hervor, ein Georgier namens Dschugaschwili. Er nennt sich "Stalin". |
Archiv Blende in: Erste Paraden, Originalaufnahme Lenin redend (20er Jahre), dann Stalin bei Lenins Begräbnis (NA NWDNM-242-MID-3469 Death of Lenin) (dramatisches Thema, nachvertonte Atmo). |
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Die Kirche ist den "Aktivisten" im Weg, beim Kampf um die Seelen. Sie mißhandeln und ermorden Priester und Gläubige. Eine letzte öffentliche Messe: 1918 spricht der Patriarch Tichon, das Oberhaupt der russischen Kirche, den Bannfluch gegen die bolschewistischen Führer aus: |
Archiv Verhaftung eines Popen, dann ein Pope, der von Tschekisten gedemütigt wird, starke Zeitlupe (Arkeion, russische Archive). |
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Sprecher 2: "Ein ganzes Jahr schon haltet ihr die Staatsgewalt in Händen ..., aber das in Strömen vergossene Blut unserer Brüder, die auf Euer Geheiß erbarmungslos getötet wurden, schreit zum Himmel...!" (wird über die folgenden Bilder gezogen) |
Archiv Der Patriarch Tichon bei der letzten öffentlichen Messe auf dem Roten Platz, 1918, Nahaufnahme, starke Zeitlupe. (Lichtfilm, russische Archive) |
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Von den Kirchtürmen stürzen die Glocken. "Opium des Volkes" sei die Religion, hatte Marx gesagt. Jetzt wird die Religionsausübung verboten. Die meisten Kirchen werden zerstört. Die Gläubigen werden gezwungen, ihre geliebten Ikonen selbst zu verbrennen. Ratlose Gesichter. Was wird werden? |
Archiv Blende in: eine Glocke wird vom Kirchturm gestürzt und zerbirst, mehrere Einstellungen (ca. 1930), Zeitlupe. Zeitlupe. Blende in Sprengung der Erlöserkathedrale in Moskau, 1932. Ikonen werden verbrannt, Nahaufnahme. Ratlose Gesichter der Umstehenden (ca. 1930). (alles Lichtfilm, russsische Archive). (dramatisches Thema wiederaufgenommen) |
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Der staatliche "Bund der Gottlosen" verhöhnt den Christenglauben. Umzüge wie im Karneval: Gott als betrunkener Alter, Popen als Revuenummern. |
Archiv Atheistenpropaganda: Ein Karnevalsumzug, Gott als betrunkener Alter auf einem Wagen, tanzende "Popen" und "Teufel" etc. in leichter Zeitlupe. (Arkeion, russische Archive) |
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Archiv: Ein "Atheismusmuseum" (ca. 1930), Ausstellung mit Schautafeln, einige Betracher. (Lichtfilm, russische Archive) Ein "Atheismusmuseum". Schautafeln und Exponate sollen die Nutzlosigkeit der Religion beweisen. So wollen die neuen Herren die Menschen von der neuen "Orthodoxie" überzeugen: dem Marxismus-Leninismus. |
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Die "Diktatur des Proletariats" will den neuen Menschen erschaffen - und wenn sie dazu den alten Menschen vernichten muß. In ihrem Wahn verfolgen die kommunistischen Herrscher wirkliche und vermeintliche "Systemgegner". Sie werden verhaftet, deportiert, in Lager verschickt - endlose Ströme von Menschen. Das Christentum geht in den Untergrund - und in die Lager. |
Archiv Blende in: Kolonne von Gefangenen und Deportierten, leichte ZL (Arkeion; Lichtfilm, russische Archive). (Thema, elegisch) |
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Der Weg zu den Soloveckij-Inseln - einem verlassenen Archipel im Weißen Meer, nur 160 Kilometer südlich des Polarkreises. Die Russen nennen sie zärtlich "Solowki". Seit dem Mittelalter haben Mönche die Inseln besiedelt und urbar gemacht. |
Die Wellen des Weißen Meeres, Blick vom Schiff auf das näherkommende Soloveckij-Archipel. |
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1920 ensteht auf den Inseln eines der ersten Lager des GULAG, des Imperiums der russischen Straf- und Konzentrationslager. Von hier aus frißt sich das Archipel GULAG wie ein Krebsgeschwür immer weiter ins Land - bis schließlich Tausende von Lagern und Gefängnissen die ganze Sowjetunion überziehen. |
Archiv Blende in: Häftlinge auf dem Schiff, das sie nach Soloveckij bringt, Blick über das Meer auf Insel und Kloster |
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Die dunklen Mauern des mächtigen Kreml von Solowki heute. 1925 stehen die neuangekommenen Häftlinge vor der Kremlmauer - ein seltenes Filmdokument. Der Lagerkommandant hält ihnen eine Ansprache: |
Totale des Kreml von Soloveckij mit dem "Schwarzen Tor", dem Haupteingang. |
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Sprecher 2: "He, ihr da! Hergehört! Dies hier ist keine sowjetische, sondern eine solovezkische Republik!... Ich werde euch beibringen, den Toten den Rotz aus der Nase zu lecken." |
Archiv Blende in Aufnahme der neuangekommenen Häftlinge vor der Kremlmauer am Schwarzen Tor, leichte Zeitlupe. (Lichtfilm, russische Archive). |
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Das "SLON", das Solovki-Sonderlager, ist die Hölle auf Erden. Die Schergen des GULAG ermorden die Menschen durch Arbeit. Sie sterben an Hunger, Kälte, Krankheiten. Sie werden auf vielerlei Weise zu Tode gefoltert. Nur diese Bilder sind von ihnen geblieben. |
Archiv Häftlinge arbeiten im Torf, beginnend mit Totale, die ein Gewimmel von Menschen zeigt, verschiedene Einstellungen schwere körperlicher Arbeit, teilweise leichte Zeitlupe. (Lichtfilm, russische Archive) |
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Nach Solovki werden viele Christen geschickt. Orthodoxe Priester müssen in der Lagerverwaltung arbeiten. Ein Kloster als Gefängnis für Christen. |
Archiv Gefangene Popen/Bischöfe auf Solovki, gehen aus einem Gebäude, sitzen an einem Tisch in der Poststelle, Zeitlupe (Lichtfilm). |
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(evt. Zitat aus Brief eines Häftlings - vorhanden im Museum von Solowki - nicht veröffentlicht, muß dort aufgenommen werden). Der Axtberg - inmitten friedlichen Wälder und Seen liegt eine der furchtbarsten Folterstätten des Lagers - eine Kirche. Häftlinge, die sich dem Lagerregime widersetzen, werden an Baumstämme gebunden und die mehr als 300 Stufen des Axtberges hinuntergestoßen. Noch heute weiß niemand, wie viele Menschen in Solowki gestorben sind. Es gibt nur wenige Überlebende, die davon berichten können. |
Der Axtberg (Sekirna-Berg), entfernte Totale, Ansicht der Kirche. Blende in subjektive Kamera, Gang über die Treppen vom Axtberg hinunter zum Meer, bewegte Kamera, leichte Zeitlupe. |
3. Pakt mit dem Faschismus
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Rom, der Vatikan. Papst Pius XI., im Amt seit 1922, will die Weltpolitik mitgestalten. "Konkordate", Staatsverträge mit den Staaten Europas sollen das Verhältnis von Kirche und Staat im Sinne der römischen Kirche regeln. Das erste Konkordat vereinbaren seine Diplomaten mit dem faschistischen Italien, 1929. |
Rom, der Petersplatz, frühmorgens an einem sonnigen Tag, weite Totale (wenig Bewegung, relative Ruhe). (Leise Atmo, entfernter Glockenschlag gedämpfte Straßengeräusche, dann leiser liturgischen Gesang.) Nahaufnahme von Pius XI., in einem Tragestuhl auf dem Petersplatz, starke Zeitlupe (Movietone 252 A, 5.4.1934, Ostersegen - oder Ufa 1932 "Ostersegen Pius XI. in Rom"). Dann bei einem Gottesdienst (Pathé "Pie XI. preside office à St. Jean de Latran"). |
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In Italien regiert seit 1922 Benito Mussolini, ein revolutionärer Gewaltherrscher - und das große Vorbild Hitlers. Er läßt sich "Duce" nennen, "Führer". Seine Faschisten sind eine Massenbewegung ohne eindeutige Ziele. Die fehlenden Inhalte ersetzen sie durch Aktionismus und politischen Terror. |
Archiv Ein naher Vorbeimarsch der "Fascii" mit dem typischen "manganello" (dem Schlagstock), dann Nahaufnahme Mussolini vor Publikum, weitere Szenen aus Veranstaltung (Istituto Luce; BA Emelka Wochenschau 24/26 "Mussolini spricht in Rom vor 100.000 Schwarzhemden" ca. 1924). |
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Das Konkordat beendet eine 60-jährige Fehde zwischen dem italienischen Staat und dem Vatikan - zum ersten Mal seit der Staatsgründung kann man in Italien ganz offiziell Staatsbürger und Katholik sein. |
Archiv Blende in Unterzeichnung des Lateranvertrages durch den päpstlichen Nuntius (Pathé "Traité de Latran", 1929; Luce). |
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Archiv Papst Pius XI. erscheint nach der Unterzeichnung auf dem Balkon über dem Petersplatz (Luce). |
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Der Papst erhält seinen eigenen Staat, den Vatikanstaat - und im Land seiner treuesten Untertanen kann er sich wieder frei bewegen. Pius XI fährt durch die Straßen der Heiligen Stadt. |
Archiv Der Papst fährt 1929 durch die festlich geschmückten Straßen Roms. (Luce) (Atmo, Jubel) |
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Mussolini liebt es, sich in Szene zu setzen. Die Jahre des Faschismus sind ein immerwährendes Spektakel. Viele Italiener sind begeistert. Die politische Dauerkrise nach dem Weltkrieg hat sie verunsichert. Jetzt suchen sie den starken Mann für einen Neuanfang. |
Archiv Der Duce spricht, in den üblichen groteskenPosen (Luce). (evt. O-Ton Mussolini aus Wochenschau) |
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Der kollektive Größenwahn führt in den Krieg. 1935 überfallen italienische Soldaten Äthiopien. Mussolini will sich eine Kolonie erobern. Mit überlegenen Waffen vernichten die Italiener die äthiopische Armee. |
Archiv Propagandafilm; italienische Soldaten marschieren in Abessinien, in der Wüste etc.. Ein Angriff der Italiener auf die unterlegenen Äthiopier. (Luce, NA NWDNM-111-M-503 War nears end in Abyssinia) |
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Italienische Bischöfe segnen die abmarschierenden Truppen. Gott ist auf der Seite der Italiener, sagen sie. Es ist der Angriff auf ein Land mit einer uralten christlichen Tradition. Als der Patriarch der christlichen äthiopischen Kirche sich nicht unterwerfen will, wird er öffentlich enthauptet. |
Archiv Katholische Bischöfe segnen 1935 abziehende italienische Truppen. (Luce). Zoom auf ein Foto, das die Hinrichtung der Oberhäupter der äthiopischen Kirche zeigt (Bildarchive). (elegisches Thema) |
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Papst Pius XI. schätzt Mussolini und seine militärischen Abenteuer nicht - und Mussolinis deutschen Nachahmer Hitler noch weniger. Daraus macht er kein Geheimnis. Aber den Kommunismus fürchtet er noch mehr. Der deutsche Kardinal Michael Faulhaber notiert 1933: "Selbst der Papst sieht den Faschismus und Nationalsozialismus als einzige Rettung vor dem Kommunismus." |
Archiv Blende in Nahaufnahmen Pius XI., Zeitlupe (entweder Trickzoom in laufendem Material oder entsprechendes Ausgangsmaterial, z.B. Movietone 270A, 9.8.1934, "Pius XI in Castel Gandolfo" mit close-up). |
4. Das "braune Evangelium"
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Deutschland nach der "Machtergreifung". 1933. Ein Propagandafilm. Diese Begeisterung ist trotzdem echt. Zehntausende sind gekommen, um Adolf Hitler, den Reichskanzler und "Führer" zu sehen. Kollektive Extase. Viele Deutschen haben im Ersten Weltkrieg und in den folgenden schweren Zeiten ihren Glauben, ihre Ideale, ihre Hoffnung verloren. Hier, so scheint es, finden sie Ersatz. |
Archiv Hitler fährt durch Deutschland, vorbei an jubelnden Menschen: Reichsparteitag in Nürnberg 1933 oder 34. Wir sehen im Vordergrund die Rückenfigur Hitlers mit "Führergruß", im Wagen fahrend, eingeschnitten begeisterte Massen, lachende Gesichter, die Hände zum "Hitlergruß" gereckt (NA NWDNM-111-M527-65 "Triumph des Willens" o.ä). (Laut aufbrandende "Heil"-Rufe, Marschmusik au dem O-Ton, dann dramatisches Thema) |
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Das Regime gibt sich kirchenfreundlich. Viele Kirchenleute feiern deshalb gerne mit - Katholiken wie Protestanten. |
Archiv Eine Nahaufnahme des katholischen Abts Albanus Schachleiter und des protestantischen Reichsbischof Müller, die lächelnd nebeneinander den Einzug Hitlers in Nürnberg betrachten und mit dem "Hitlergruß" begrüßen (BA 635 "Reichsparteitag 1934" ") in Zeitlupe, dann Freeze. |
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Bilder aus dem Leben der Kirchen - zur Zeit der Machtergreifung. Ein Treffen evangelischer Jugendverbände: Wer könnte sie noch von der Hitlerjugend unterscheiden? Die christliche Jugendbewegung sieht sich immer im Kampf - gegen das Böse. Das Böse ist für sie nicht der Nationalsozialismus. Die Anpassung zahlt sich nicht aus. Wenig später werden alle christlichen Verbände aufgelöst. |
Archiv Blende in Propagandafilm über Evangelische Pfadfinder, beginnend mit Marsch im Gleichschritt, verschiedenen Nahaufnahmen, gefilmt in der Optik eines Riefenstahl-Films (BA "Evangelisches Jungvolk marschiert", 34 - hervorragende Bildqualität). Schwenk über Lagerplatz und Hakenkreuzfahne, gemeinsamer Hitlergruß, verschiedene Einstellungen. Originaler Zwischentitel "Unser Ziel unentwegt: Evangelischer Glaube und Deutsche Art" (Atmo, Geräusche. Jungenstimmen etc. nachvertont, dann Thema mit dumpfen Trommelakzenten) |
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Dasselbe Jahr 1933 - eine "Wehrsportübung" für evangelische Diakone. Viele Protestanten setzen ihre Hoffnung in den "nationalen Aufbruch" - in den Nationalsozialismus. Ihr Glaube steht ihnen nicht im Weg. Die liberale Republik von Weimar ist ihnen immer fremd geblieben. Der ganz normale staatstragende Protestantismus ist der große Mehrheitslieferant Hitlers bei den Reichstagswahlen. |
Archiv Diakone in der "evangelischen Diakonieanstalt" Rummelsberg beim Wehrsport: beginnend mit Nahaufnahmen von Schießübungen, dann Handgranatenwerfen, Sturmangriff (BA "Bildbericht No.5, Jahresrückblick der evang. Kirche in Bayern") |
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Eine Fronleichnamsprozession, 1932. Etwa 20 Millionen Katholiken gibt es damals im Deutschen Reich. Mehr als die Hälfte, sagt man, praktiziert ihren Glauben. Die Katholiken sind mit ihren Verbänden und der katholischen Zentrumspartei eine starke politische Macht im Land. Im alten Kaiserreich waren sie stets Bürger zweiter Klasse. Das haben manche von ihnen noch selbst erlebt. |
Archiv Fronleichnamsprozession verm. in Süddeutschland, beginnend mit einer Totalen, verschiedene Einstellungen des Zuges, knieende Gläubige (Landesbildstelle Berlin 855 "Deutschland zwischen Heute und Morgen" 1932 - sehr gute Bildqualität). |
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Ein Treffen der "katholischen Sturmscharen", 1932 - martialisches Gehabe. Viele Katholiken träumen von einem "Neuen Reich". Es ist ein Rückwärtstraum ins Mittelalter. Sie meinen das Reich Gottes auf Erden - aber sie bekommen doch das Reich Hitlers. Vor dem nationalen Taumel ist auch der Katholizismus nicht gefeit. |
Archiv Treffen der "katholischen Sturmscharen", einer "Elitetruppe" der katholischen Jugendbewegung, (BA Emelka-Tonwoche Nr.90 "Treffen der katholischen Sturmscharen).. |
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Es spricht der Vorsitzenden der katholischen Jugendverbände, Prälat Ludwig Wolker, ein erklärter Feind der Nationalsozialisten, kurz vor seiner Verhaftung durch die Gestapo 1936: O-Ton Ludwig Wolker (, Frühjahr 1936, DRA Ton 90 U 5150/6) "Deutschland, das ist das Reich, das neu gebaut werden will, aus deutschem Blut und Boden, Willen und Wesen ... Werdendes Reich, das ist Deutschland, unser Deutschland. ... Erobert Euch, erbetet Euch Deutschland ... Unsere Bitte für 'Führer und Volk' vor Gott tragen... Deutschland ist unser Schicksal und unsere Sendung ... Alles für Deutschland, Deutschland für Christus, Heil!" |
Ruhige Fahrt, schräg nach oben gerichtet, durch das imposantes Kirchenschiff einer katholischen Kirche in Deutschland (etwa über prunkvolles Deckengemälde, das Reich Gottes illustrierend - Ort ist freigestellt). (darüber O-Ton Ludwig Wolker.) |
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Der vatikanische Gesandte Orsenigo bei Hitler - diplomatische Nettigkeiten für den Diktator. 1933 schließt der Vatikan ein Konkordat mit dem nationalsozialistischen Staat. Schon lange will der Vatikan diesen Vertrag - die Weimarer Republik hatte sich stets gewehrt. Die Nazis stimmen zu. Noch glauben alle, Hitler durch Verträge im Zaum halten zu können. |
Archiv Blende in: Nuntius Orsenigo steigt aus dem Wagen, tritt in Gebäude, 1934 (BA Ufa 211/1934) |
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Archiv Der Nuntius überbringt Hitler die Neujahrs- bzw. Geburtstagswünsche des diplomatischen Korps (BA DTW 368, 1939; UFA 437/1939; Tobis 4/1939; bzw. Tobis 18/1939 - die einzigen Aufnahmen des Nuntius bei Hitler). |
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Zufriedene Gesichter. Der Preis für den Vertrag: die katholische Kirche soll schweigen - zu politischen Fragen. Das ist der Knebel für die Zukunft. Ein Kanzler, der mit dem Papst paktiert kann so doch schlimm nicht sein, denken die Menschen. Der "Völkische Beobachter" jubelt: "Durch ihre Unterschrift hat die katholische Kirche den Nationalsozialismus in feierlichster Form anerkannt." Es ist Hitlers erster diplomatischer Sieg - er ebnet den Weg für die zukünftigen.. |
Fahrt über Fotos der Konkordatsunterzeichnung (Bildarchive), lachende Gesichter der Beteiligten. Zoom im Foto auf die Akte. Darübergelegt halbtransparent die charakteristische Titelleiste des "Völkischen Beobachters" (EB). Archivmaterial, Nahaufnahme von Kirchenglocken (BA "Deutschland erwacht"). (Nachvertonung mit Atmo, dann O-Ton Glockenläuten, Übergang in dramatisches Thema.) |
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Leipzig, am Völkerschlachtdenkmal, im Sommer 1934. Eine Versammlung der protestantischen "Deutschen Christen". Auf Geheiß der Partei sollen sie die Macht in den evangelischen Kirchen übernehmen. Ihrem "Führer" ist ihre Religion eigentlich ganz egal. Er will nur die Kirchen spalten - um die Seelen der Menschen für sich zu gewinnen. |
Archiv Eine Versammlung Deutscher Christen: (BA "Evangelische Kundgebung am Völkerschlachtdenkmal" 1934), beginnend mit einer starken Totale, DC und Hakenkreuz-Fahnen etc.. |
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Der evangelische "Reichsbischof" Müller - der Volksmund nennt ihn spöttisch den "Reibi". Er predigt "heldische Frömmigkeit". In den "Richtlinien" der "Deutschen Christen" heißt es : Sprecher 2: "Wir sehen in Rasse, Volkstum und Nation uns von Gott geschenkte und anvertraute Lebensordnungen, für deren Erhaltung zu sorgen uns Gottes Gesetz ist. Daher ist der Rassenvermischung entgegenzutreten." |
Archiv Ankunft des Reichsbischof und Landesbischofs, die mit "Hitlergruß" grüßen, Spalier von DC mit Hitlergruß. Predigt von Reichsbischof Müller in Talar auf Kanzel mit Hakenkreuzfahne (stumm), Nahaufnahme von Müller (evt. im Trickzoom), Endet mit Totale. |
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Eine Gegenveranstaltung: Die Gründung der "Bekennenden Kirche", 1934. Diesen Protestanten sind die Forderungen zu extrem. "Führerprinzip" und "Arierparagraph" in der Kirche - das wollen sie nicht hinnehmen. Ein mutiges Signal für den Widerstand. Mit der Barmer Erklärung wenden sie sich gegen die totalitären Ansprüche des nationalsozialistischen Staats. |
Fahrten über Fotos der Gründungsversammlung der "Bekennenden Kirche", einzelne Teilnehmer, darüber der Sonderdruck der "Barmer Zeitung" mit dem Wortlaut der "Barmer Erklärung". Einzelne Passagen des Erklärung mit Lichtleiste hervorgehoben. |
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Der "Führer" liebt den pseudsakralen Schwulst. Der Nationalsozialismus als Gegenkirche. Was wird hier verehrt? |
Archiv Reichsparteitag ("Triumph des Willens" o.ä.), verschiedene charakteristische Einstellungen, beginnend mit Totale, Nahaufnahmen von Fanfaren, der "Führer" schreitet durch die Massen, Fahnen. (O-Ton, Fanfaren, Marschmusik, "Heil"-Rufe etc.) |
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(O-Ton Hitler, schreiend, schon über den vorhergehenden Bildern). "Ich kann mich nicht entfernen von der Liebe zu diesem einen Volk und ich bin der felsenfesten Überzeugung, daß eben doch das eine mal die Stunde kommt, in der die Millionen, die uns heute verfluchen, hinter uns stehen und mit uns begrüßen werden dann das gemeinsam geschaffene, mühsam erkämpfte und bitter erworbene neue deutsche Reich der Größe und der Gerechtigkeit, Amen!" Die Rede als Travestie eines Gebets. Götzendienst an Reich und Führer. |
Archiv Blende in eine Hitlerrede (BA). |
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Bilder wie aus einer Heiligenlegende: Führerkult. "Hitler - wie ihn keiner kennt" - 1933 finden solche Bücher noch reißenden Absatz. In vielen deutschen Wohnstuben hängt das Porträt des "Führers" schon im Herrgottswinkel. |
Blende in: Wir blättern in einem Buch. (z.B. "Hitler, wie ihn keiner kennt" Berlin 1932 - o.ä.- Bilder wie aus einer Heiligenlegende. Einzelne Seiten werden umgeschlagen, Zoom in eine der Abbildungen hinein: Sie zeigt ein Mädchen, das Blumen an ein Hitlerportrait im heimischen Herrgottswinkel steckt (Heinrich Hoffmann/Ullstein Bilderdienst). |
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Das ist die Bibel der neuen Herren: Hitlers "Mein Kampf", geschrieben im Gefängnis zu Landsberg. Im Propagadafilm steigt es aus den Wolken herab, als Gotttesgabe. Es ist ein Evangelium des Hasses und der Menschenverachtung. Es ist das meistverkaufte Buch im Deutschen Reich. Fast niemand liest es. Wer es doch tut, findet darin Hitlers finstere Pläne. |
Archiv Film über Anfertigung einer Prachtausgabe von "Mein Kampf" (BA 89 "Das Buch der Deutschen", 1936), beginnt mit originaler Trickaufnahme: "Mein Kampf" steigt aus den Wolken herab, dann Eisenplatte mit Titellettern wird auf dem Umschlag angebracht, in Nahaufnahme (evt. O-Ton) |
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Gerne lassen die neuen Machthaber nachts marschieren, mit Fackeln und Gesang. 1933 verbrennen sie öffentlich die Bücher mißliebiger Schriftsteller. Sie schwärmen schon vom zerstörerische Weltenbrand. Bald wird er wahr. |
Archiv Blende in einen Fackelzug, der durch einen düsteren Torbogen marschiert (BA "Deutschland erwacht" - alternativ Einstellungen aus BA DTW 202/1935 "Jahrestag des Hitlerputsches", 1935/BA 781 dass.). |
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Bücherverbrennung in Berlin. (wie oben) (O-Ton, hallender Marschtritt begleitet von SA-Gesang und Gebrüll "Deutschland erwache!", dann übergehend in Kriegsgeräusche). |
5. Spanischer Bürgerkrieg
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1936, die erste Probe für den Zweiten Weltkrieg. Spanien im Bürgerkrieg. Nationalistische Militärs unter Führung von General Francisco Franco kämpfen im eigenen Land gegen die Republik. |
Archiv Kriegsszenen aus dem spanischen Bürgerkrieg: von dunkel zu hell, beginnend mit Sturmangriff möglichst nah, dann Franco an der Front (Zeitlupe) (z.B. BA 1268 Helden in Spanien, 1938; NODO; Archivanbieter). (O-Ton, neu gemischt, dramatisches Thema |
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Archiv Beginnend mit einer Fahraufnahme., Spanien in den 30ern, Bilder der Armut (La Linterna Magica,; NODO). |
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Viele Arbeiter auf dem Land und in den Städten Spaniens leben in Armut und Elend. Für die reiche katholische Kirche haben sie nur Verachtung und Haß. In ihr sehen sie einen Gegner des sozialen Fortschritts, ein Symbol der schlechten alten Zeit. Sie setzen ihre Hoffnung auf Kommunismus und Anarchismus |
Archiv Hammer und Sichel werden auf die Straße gemalt (Movietone) |
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Archiv Blende in: brennende und zerstörte Kirchen und Klöster. (NODO; La Linterna Magica). |
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1936 bricht der Haß offen aus. Aufruhr im ganzen Land. Kirchen und Klöster werden angezündet. Der Mob plündert, schändet die Gräber, foltert und mordet. |
Archiv Kirchliche Gegenstände werden verbrannt, Plünderung von Kirchen (NODO; Movietone 379A, 10.9.1936, Einstellung zeigt ein verbrennendes Kruzifix), geöffnete Gräber in Barcelona (NODO). (Prasseln der Flammen) |
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Archiv Blende in Propagandabilder: Sie zeigen Franco als Engel (La Linterna Magica). |
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Spanien ist immer noch ein sehr katholisches Land - die Propaganda zeigt den General Franco als Heiligen. Viele Spanier glauben, mit Franco in einen modernen Kreuzzug zu ziehen - gegen die Feinde des christlichen Abendlandes, die "gottlosen Bolschewiken". Die katholischen Kirchenfürsten Spaniens geben dazu ihren Segen. |
Archiv Franco mit kirchlichen Würdenträgern, Bischöfe in einer Militärparade, Bischöfe segnen nationalistische Armee (alle La Linterna Magica/NODO). |
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Am 26. April 1937, um 16 Uhr 40, verwandeln 43 Bomber und Kampfflugzeuge die baskische Kleinstadt Guernica in ein Trümmerfeld. Der erste Bombenangriff nach dem Ersten Weltkrieg. Viele Menschen sterben. Deutsche Piloten der "Legion Condor" proben im Auftrag Francos den Krieg. |
Archiv Blende in einen Luftangriff der Legion Condor, Bomben fallen. Dann das zerstörte Guernica (BA UTW 349/1937 "Zerstörung Guernicas"; NA NWDNM-242-MID-3882 German Volunteers in Spain) (Flugzeugmotoren, Bomben fallen, dann elegisches Thema) |
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Im Baskenland läßt Franco katholische Priester erschiessen - weil sie für die Republik sprechen. |
Archiv Die Erschießung republikanischer Geistlicher durch franquistische Truppen im Baskenland (La Linterna Magica), Zeitlupe. |
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1939 ist der Krieg gewonnen. Franco ist an der Macht. Auch die spanische Kirche feiert seinen Sieg. Die Wochenschauen zeigen Siegesparaden und jubelndes Volk. Was man nicht sieht, das sind die Kriegsgefangenen, die politischen Häftlinge in den Lagern und Gefängnissen. |
Archiv Blende in Nahaufnahme Francos. Dann jubelnde Massen bei seinem Einzug in Madrid 1939, evt. Geistliche bei den Feierlichkeiten. Siegesparade, Flugzeuge schreiben Franco in den Himmel (alles NODO). |
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Schöne Totale der Anlage im "Valle de los Ceidos" (Tal der Gefallenen), nahe Madrid |
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Das "Valle de los Ceidos", das "Tal der Gefallenen" nahe Madrid. Nach seinem Sieg läßt Franco von Zwangsarbeitern eine gigantische Felsenbasilika und ein 150 Meter hohes Kreuz errichten - das Christenkreuz als Symbol der Diktatur. Die katholische Kirche ist eine feste Stütze seiner Macht. Unter der eisernen Hand Francos lebt Spanien in Erstarrung - bis zu seinem Tod im Jahr 1975. |
Archiv Blende in: Franco bei der Einweihung der Anlage, 1959, er kniet und schlägt ein Kreuz (UFA Wochenschau 141/5, 4/59, Deutsche Wochenschau, Hamburg - evt. spanisches Mat.). Weideraufnahme Totale (Atmo, evt. O-Ton Messe aus Wochenschau) |
6. Vatikan und Holocaust
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1938. In Deutschland zeigt sich schon, was das Konkordat wert ist. Der Propagandafilm zeigt die Weihe einer neu erbauten Abteikirche. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Längst haben die Machthaber mit der Kirchenverfolgung begonnen. Sie schließen Klöster, verhaften Priester unter fadenscheinigen Vorwänden. Das Konkordat ist ihnen egal. |
Archiv verschiedene Einstellungen von einer Messe, Geistlichen etc. (BA "Weihe des neuerbauten Münsters der Benediktinerabtei Münsterschwarzbach" 1938) (Leiser liturgischer Gesang, dann O-Ton Hitler.) |
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"...Wir werden auch gegen Priester vorgehen (Beifall)...Nach christlichen Vorstellungen ist jede Obrigkeit von Gott...Wenn ein Priester gegen den Staat hetzt, werde ich ihn vernichten..." |
O-Ton Adolf Hitler (DRA 83 U 3971/5 "Ansprache im Münchener Hofbräuhaus anläßlich des 19. Jahrestages der Verkündigung des Parteiprogramms der NSDAP", 24.2.1939): |
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9. November 1938. Die Synagogen brennen. Die sogenannte "Reichskristallnacht". Überall in Deutschland werden Menschen gedemütigt, geschlagen, verschleppt, ermordet - weil sie Juden sind. Niemand kann es übersehen. Die meisten wenden sich ab. Nur wenige helfen und riskieren dabei das eigene Leben - Christen wie Nichtchristen. Sie sind die Gerechten in einer ungerechten Zeit |
Archiv Langsame Blende in brennende Synagogen (Stadtarchiv München oder andere), Flammen rot viragiert (EB) vor dem schwarzen Nachthimmel, Zeitlupe. Archiv Der Tag nach der "Reichspogromnacht" (evt. Fotos - Archivanbieter; Bildarchive). Bilder von "Gerechten" mit Kameraauslösereffekt (Bildquelle Yad Vashem, bzw. Veröffentlichungen von Yad Vashem) (Prasseln der Flammen, das Klirren zerschmetterter Fensterscheiben, Atmo, dann elegisches Thema) |
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Archiv Blende in: Boykottaktionen ca. 1933. Schilder "Kauft nicht beim Juden", ein Ortsschild "Juden unerwünscht"(BA, Archivanbieter). |
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Seit 1935 gelten im Deutschen Reich die antisemitischen "Rassengesetze". Boykotte, Willkürakte, Berufsverbote, finden nicht den Beifall aller Deutschen - aber sie rufen auch keinen deutlichen Widerstand hervor. Menschen, mit Judensternen gebrandmarkt, in Stuttgart - mitten in Deutschland. Eine Deportation in Hamburg: Menschen werden durch die Stadt getrieben, unübersehbar. |
Archiv Stuttgart, Juden müssen übergroße Judensterne tragen, auf der Straße, beim Einkauf (ca. 1941). Eine Deportation in Hamburg, die Menschen werden durch die Straßen getrieben (Chronos). |
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Viele Deutsche sind empfänglich für den Rassenwahn der Nationalsozialisten. Tief eingegraben in Kirchen und Gesellschaft ist der alte christliche Antijudaismus. Die sogenannte "Judenfrage" ist ein Thema der Zeit - auch für die Theologie. |
Blende in: über das Archivmaterial gelegt (EB) ein Stapel antisemitscher Schriften und Bücher aus "christlichen Quellen": Titel wie "Theologie und Judenfrage" etc. (z.B. aus der Sammlung der ev. Kommission für kirchliche Zeitgeschichte). (Dissonante Akkorde, dann Stille.) |
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Rom, der Vatikan. Was sagt der Papst zum offensichtlichen Unrecht? Nach eigenem Verständnis ist er die höchste moralische Instanz der katholischen Christenheit? Muß er jetzt nicht seine Stimme erheben und den Widerstand stärken? |
Archiv Rom ca. 1938/39, evt. Fahrtaufnahme (NA NWDNM-111-ADC-3471 Pope Pius XII. the Vatican City) Archiv Weitere Aufnahmen von Pius XI, die ihn nachdenklich und besorgt zeigen. (Einsetzendes liturgisches Thema) |
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Gegen den verderblichen Kommunismus hat der Papst in einem Sendschreiben kräftige Worte gefunden. 1937 läßt er von den Kanzeln der katholischen Kirchen in Deutschland eine Botschaft gegen die Verfolgung seiner Kirche lesen. Von den Leiden der Verfolgten steht darin kaum ein Wort. Im Vatikan arbeiten Theologen an einer öfffentlichen Erklärung zur Judenverfolgung. Sie wird nie veröffentlicht. |
Enzykliken über- und nebeneinandergelegt. Einzelne Textpassagen aus den Enzykliken im Originaldruck, evt. eingesprochene Textauszüge untergelegt. |
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Pius XI. ist damals schon ein schwerkranker Mann. Er stirbt am 10. Februar 1939. Sein Nachfolger wird Eugenio Pacelli, Chefdiplomat Pius XI. und Architekt der Konkordate. Er nennt sich Pius XII. |
Archiv Aufbahrung Pius XI. in St. Peter, öffentliche Anteilnahme (Pathé Journal 1939/483 "La mort du S.S. Pie XI."; Movietone 506, 13.2.1939 "The Pope lies in state"). Archiv Papstwahl 1939, weißer Rauch steigt auf. (Movietone 509, 6.3.1939 "New pope elected") |
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Den Deutschen ist er wohlgesonnen - gerne erinnert er sich an seine Zeit als Nuntius in Berlin, in der Zeit vor Hitler. Eine Aufnahme aus Berlin, 1926: In Deutschland sieht man Eugenio Pacelli damals sogar lächeln. Bei seiner Krönung 1939 ist ihm vor Sorgen das Lachen längst vergangen. Die wenigen Bilder zeigen einen strengen und asketischen Mann. |
Archiv bisher wenig bekannte Nahaufnahme Pacellis aus Berlin, er dreht sich um und lächelt in die Kamera - Übergang in SuperZL (Landesbildstelle Berlin 656 "Pacelli in der Hedwigskirche 1926"). Archiv Krönung Pius XII. in Rom Movietone 510A, 16.3.1939 "Pope Pius XII. crowned"; Pathé Journal 1939/488 "Le couronnement de S.S. Pie XII."). |
7. Die Fabrik des Todes
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Das Lager Auschwitz I, das sogenannte Stammlager, errichtet von den deutschen Besatzern Polens im Frühjahr 1940. Das ist der Eingang zur Hölle auf Erden. Hier endet alle Menschlichkeit, jede Hoffnung. In Auschwitz ermorden die "ganz normale Deutschen" eineinhalb Millionen Menschen - wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer Lebensweise, ihrer Ideale. Hier findet die "Endlösung" statt. |
Auschwitz (Stammlager Auschwitz I, Oswiecim/Polen) heute. Ein Frühlings- oder Sommertag (möglichst frühmorgens). (Stille, Vogelstimmen, Atmo.) Ruhige Fahrt auf das Tor mit den eisernen Lettern "Arbeit macht frei" Dann eine ruhige Einstellung der Hauptachse und Bauten. Der Lagerzaun mit Stacheldraht und Isolatoren für die Hochspannungsdrähte. (klagendes Thema) |
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Lachende Soldaten der Deutschen Wehrmacht bewachen den Zug der Franziskanermönche des Klosters Niepokalanow ins Lager. Im Mai 1941 kommt der Prior des Klosters, Pater Maximilian Kolbe, nach Auschwitz. |
Zoom in ein Foto: Es zeigt den Marsch der Franziskaner des polnischen Klosters Niepokalanow in ein Lager, eskortiert von einem grinsenden deutschen Soldaten (Museum Auschwitz, evt. Bildarchiv). Ein Foto des Maximilian Kolbe; es zeigt ihn schon gezeichnet von den Leiden der Lager (Bildarchiv). |
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Der sogenannte "Appellplatz" von Auschwitz I, Ortder berüchtigten "Strafappelle": Manchmal tagelang müssen die Häftlinge hier stillstehen. In ihren dünnen Anzügen, in Sommerhitze oder Eis und Schnee. Im Juli 1941 befiehlt der Lagerleiter einen neuen "Strafappell". Als "Vergeltung" für den Fluchtversuch eines Häftlings sollen zehn Männer im "Hungerbunker" sterben. Maximilian Kolbe tritt freiwillig vor, an die Stelle eines Familienvaters. Er sagt: Sprecher 2: "Ich bin ein katholischer Priester aus Polen; ich möchte seine Stelle einnehmen, weil er Frau und Kinder hat." |
Auschwitz I: Der "Appellplatz" - verschiedene Ansichten, Details, der kiesbedeckte und mit Unkraut gesäumte Boden, etc.. Blende in laufendes Material von Auschwitz bei der Befreiung (NA NWDNM-111-ADC-8556 Prosecution Exhibit, Concentration Camps) Ein Foto von Maximilian Kolbe, langsamer Zoom von Nah auf die Augen. |
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Der Hungerbunker, das ist eine lichtlose Zelle im Keller des sogenannten "Krankenblocks". Ihre Insassen läßt man in Dunkelheit und Kälte qualvoll verhungern und verdursten. |
Subjektive Kamera, bewegt (auf dem Weg in den "Hungerbunker" (Block Nr.11), die Treppe in den fast lichtlosen Keller hinunter, der Kellergang, die Zelle (Nr.18) mit dem schmalen vergitterten Lichtschacht. |
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Maximilian Kolbe überlebt zwei lange Wochen in diesem Kerker. Von seinen Peinigern läßt er sich nicht brechen: Er sorgt für seine Mitgefangenen und betet, bis ihn seine Kräfte verlassen. Am 14. August in jenem Sommer 1941 tötet ein SS-Arzt ihn und die zwei anderen Überlebenden des Hungerbunkers durch eine Injektion. |
Im Keller des Hungerbunkers, die schwere Eisentür der Zelle schlägt zu, mit einem lauten Schlag - in schwarz. (das dumpfe Schlagen einer schweren Tür) |
8. Totaler Krieg
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Im Sommer 1941 überfallen Rußland deutsche Soldaten Rußland. Ein junger Soldat hat seine Filmkamera mitgenommen. Lachende junge Männer in Uniform. Noch sind sie auf dem Vormarsch - unaufhaltsam wie es scheint. |
Archiv Amateurfilm (16mm Kodakcolor) eines deutschen Soldaten in Rußland 1941. Vormarsch über staubige Pisten, ein Panzer mit einer Hakenkreuzfahne, Landschaftsbilder vom Spähwagen (aus Privatbesitz über La Camera Stylo, oder BA) |
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Seit dem Kriegsbeginn im September 1939 zeigen die Wochenschauen militärische Erolge. Deutsche Soldaten marschieren über den europäischen Kontinent. Hitlers scheinbarer Erfolg überwältigt auch viele Regimegegner. Darf man sein Land kritisieren, wenn es im Krieg steht? Selbst gläubige Christen setzen ihre Kritik aus. |
Archiv Vor einer Plakattafel stehend, verfolgen Passanten in einer deutschen Stadt auf einer Landkarte die Erfolge der Wehrmacht (ca. 1939/40; Herkunft wird recherchiert - verm. Chronos). (Geräusche, Atmo). |
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Bilder aus den Kriegsjahren: Das Fotoalbum eines katholischen Divisionspfarrers - Gottesdienst in einem Feldlazarett in der Ukraine, 1942. Eine Messe im Freien: Die Männer der 6. Armee, die hier knien, gehen nach Stalingrad. Kaum einer von ihnen wird zurückkehren. "Gott mit uns" steht auf den Gürtelschnallen der Wehrmacht. |
Farbfotos aus der Kriegschronik eines katholischen Feldgeistlichen (mit Kameraauslöser-Effekt): Wir sehen zwei Feldgeistliche in Offiziersuniform zu Pferd, Panzer etc., dann Gottesdienste (Amateurfotos aus Privatbesitz über AKG) Darüber: Zoom auf ein Koppelschloß der Wehrmacht (Requisite), mit der Aufschrift "Gott mit uns" |
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Wer nicht daran glaubt, daß Gott auf der Seite der Deutschen ist, wer den Kriegsdienst verweigert, kommt vor das Kriegsgericht. Es ist ein Weg in den sicheren Tod. Wieviele ihn gehen ist unbekannt. Es sind vor allem Zeugen Jehovas, Adventisten, Quäker, einige Katholiken und Protestanten - sie sind der vergessene Widerstand. |
Fotos von Verweigerern, eingeblendet. |
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Stalingrad, im Winter 1942. Die Wende. Die ganze 6. Armee der deutschen Wehrmacht wird von einer russischen Übermacht aufgerieben. Es ist ein furchtbarer Kampf, Haus um Haus, Mann gegen Mann. Die russischen Soldaten kämpfen für ihr Land - mit dem Mut der Verzweiflung. Ein deutscher Soldat schreibt seinen letzten Brief: |
Archiv Kämpfe in Stalingrad, Schlachtszenen, Nahaufnahmen von Soldaten und Gesichtern, starke Zeitlupe (BA, Chronos, russische Archive) |
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(Sprecher 2: Auszug aus Soldatenbrief) "In Stalingrad die Frage nach Gott stellen, heißt sie verneinen. Ich habe Gott gesucht in jedem Trichter, in jedem zerstörten Haus, an jeder Ecke, bei jedem Kameraden ... . Gott zeigte sich nicht, wenn mein Herz nach ihm schrie. ... Nein, Vater, es gibt keinen Gott." |
(Auszug aus Soldatenbrief über Stalingrad- nach Original wird noch gesucht) |
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Den Toten setzen die Überlebenden Kreuze auf die frischen Gräber. Ist das alles, was von der christlichen Gesinnung geblieben ist? Denken sie nicht darüber nach, was sie tun? |
Archiv: Blende in Farbfilm, Rußland ca. 1941/42, Gräber werden ausgehoben, frische Birkenkreuze gegen den strahlend blauen Himmel. |
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Der Krieg in Rußland ist kein gewöhnlicher Krieg. Er ist ein Vernichtungskrieg. Mit der Wehrmacht rücken die deutschen Mordkommandos voran. Auch in Rußland beginnt der Massenmord. |
Archiv Amateurfilm (Color, La Camera Stylo), ein russisches Dorf brennt, rotgelbe Feuerzungen lodern über dunklen Strohdächern. (Prasseln der Flammen, nachvertont, ein klagendes Thema.) |
9. Die Kirche des Diktators
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Ein ukrainischer Geistlicher begrüßt die Invasoren. Viele Menschen in der Sowjetunion haben gehofft, die Deutschen würden sie von den Schrecken der sowjetischen Herrschaft befreien - bis die neuen Herren beginnen, den Nationalsozialismus in die Tat umzusetzen. |
Zoom in ein Farbfoto: ein abgemagerter ukrainischer Pope steht auf freiem Feld unter einem galgenähnlichen Gerüst, das eine kleine Glocke trägt, Sprung und Zoom in ein zweites Bild, die Nahaufnahme des Popen (Alois Beck über AKG) (Klägliches Bimmeln einer kleinen blechernen Glocke) |
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Menschen zählen nicht, in der Raserei des deutschen Angriffs. Von Rußland soll nach dem Willen Hitlers und seiner Ideologen nur ein riesiger Sklavenstaat bleiben. Die Leiden der Menschen sind furchtbar. |
Archiv Wehklagende Frauen, die ihre toten Männer bergen müssen (SW, La Camera Stylo) |
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Jetzt sind sie zwischen zwischen Hitler und Stalin gefangen, zwei Diktatoren und ihren Schergen. Stalin, unbeirrbar in seinem Wahnsinn, liebt die gottgleiche Pose. Sein Wille entscheidet über Leben und Tod. Niemand ist vor ihm sicher. |
Archiv Mit einem Ballon wird ein riesiges Stalin-Portrait in den Himmel gezogen. Totale einer Parteiparade ca. 1942, Stalin in Heldenpose, bei einer Ansprache, jubelnde Masse, dann Einstellung von 1937, Stalin zielt scherzhaft mit einem Jagdgewehr auf die Parteitagsdelegierten, Zeitlupe. (russische Archive, Arkeion; Lichtfilm). (O-Ton Propagandafilm, dann dramatisches Thema) |
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Hinter der Fassade von Prunk und Propaganda stehen in Stalins Rußland Zwangsarbeit, Hunger, Mord, das Archipel GULAG. Wirkliche und vermeintliche Regimegegner, "Abweichler" von der Parteilinie, ganze Volksgruppen werden auf Stalins Geheiß verfolgt und ermordet. Millionen sterben. In Stalins Reich beginnt das große Schweigen. |
Archiv Zwangsarbeiter bei der Arbeit, Weißmeerkanal, ein Gewimmel wie im Ameisenstaat, Arbeit mit primitiven Werkzeugen, verschiedene Nahaufnahmen, eine weite Totale. (elegischesThema) |
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In einer abrupten Kehrtwende entscheidet der Diktator: Die orthodoxe Kirche soll ihm helfen, die Russen für seinen Staat zu mobilisieren. Das neue Oberhaupt der orthodoxen Kirche, der Patriarch Sergij, in einem Propagandafilm, 1943. Er preist Stalin als weisen Lenker: Das ist der Preis der Duldung. Die Kirche will überleben - und kollaboriert. |
Archiv Versammlung kirchlicher Würdenträger, darunter Patriarch Sergij in einem üppig ausgestatteten Raum. |
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Von den Spenden der Gläubigen bezahlt seine Kirche der Roten Armee eine eigene Panzerbrigade, benannt nach dem Volkshelden "Dimitrij Donskoj". Die feierliche Übergabe der Panzer. Der winkende Zivilist ist ein Geistlicher, der den Segen spricht. In der Wochenschau darf er nur in "Zivil" auftreten. Die Orthodoxie erteilt der Roten Armee ihren Segen - zur Rettung des Vaterlands. |
Archiv Eine Totale der Panzerbrigade "Dimitrij Donskoj". Ein Pope in "Zivilkleidung" segnet die abfahrenden Panzer. Dann ein Pope, der vorbeiziehende Truppen der Roten Armee segnet (alles Lichtfilm, russische Archive). |
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Mitten in Zerstörung und Verfolgung sind Gottesdienste wieder möglich. Der Patriarch zelebriert die Messe. Darf die Kirche mit einem Staat kollaborieren, der Menschen verfolgt? |
Archiv [ Ein Gottesdienst (Pathé FA 1942 "Service Religieux en Russie).] Dann Archivmaterial Patriarch Sergij in einem Gottesdienst, Nahaufnahme, verschiedene Einstellungen (Lichtfilm). (Darübergezogen O-Ton der Liturgie.) |
10. Der Untergang
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Deutschland am Ende. Die Städte sterben im Hagel der Brand- und Sprengbomben. Mit ihnen sterben die Menschen. Der Tod, den Deutschland in die Welt getragen hat, kehrt nun zurück. Das "Tausendjähriges Reich" im totalen Zusammenbruch. |
Archiv Luftaufnahmen von der Bombardierung deutscher Städte 1944, durch die Bordkamera sieht man Bomben auf Stadtzentren fallen, dann die Explosionen (NA NWDNM-18-CS-288 Bombing Bremen and Willlhemlshaven, NA NWDNM-342-USAF-24845 Strafing Runs over Germany) Archiv Verschiedene Szenen von Bombenangriff in einer deutschen Stadt 1944, Passanten, Brände (BA 1824 Feuersturm über Hamburg, Color)) (dunkles Brummen der Bombermotoren, dann, Detonationen, elegisches Thema) |
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Berlin, im Herbst 1944. Die Justizvollzugsanstalt Berlin Tegel. In einer Zelle lebt der Jesuitenpater Alfrd Delp. Sein christlicher Glaube hat ihn mit dem Regime in Konflikt gebracht. Mit Gleichgesinnten dachte er im "Kreisauer Kreis" nach über eine bessere und gerechtere Gesellschaft - nach dem Untergang des "Dritten Reichs". |
Archiv Langsame Fahrt durch die Straßen von Berlin 1944, die Kamera ist starr auf die Trümmer gerichtet, relativ nah (Landesbildstelle Berlin 1526 "Berlin 1944) ZL. JVA Berlin Tegel, subjektive Kamera, ruhige Fahrt durch einen Korridor. Fotos von Alfred Delp mit dem charakteristischen Lachen, in den 30ern. |
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Der "Volksgerichtshof" hat ihn zum Tode verurteilt. So wie Alfred Delp haben auch andere, bekannt oder unbekannt, ihr Leben aufs Spiel gesetzt - für eine bessere Gegenwart und eine hellere Zukunft. In seiner Zelle schreibt Alfred Delp: |
Archiv laufendes Material vom Prozeß vor dem Volksgerichtshof (Delp ist darauf nicht zu sehen). Zoom in ein Foto von Delp vor dem Volksgerichtshof |
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Sprecher 2: "Der Mensch muß frei sein. ... In diesen Wochen der Gebundenheit habe ich erkannt, daß die Menschen immer dann verloren sind, ... wenn sie nicht einer großen inneren Weite und Freiheit fähig sind. Wer nicht in einer Atmosphäre der Freiheit zuhause ist, die unantastbar und unberührbar bleibt, allen äußeren Mächten und Zuständen zum Trotz, der ist verloren." Alfred Delp wird am 11.Januar 1945 in Berlin-Plötzensee gehängt. |
Eine Zelle in der JVA Tegel, Fahrt auf das lichtüberflutete Fenster zu (evt. ein Kassiber Delps aus der Zelle im Original) |
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Im Gefängnis Berlin Tegel ist im Herbst 1944 auch der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer inhaftiert. Das Unrecht, das im Staat Hitlers geschah, hat er schon 1933 erkannt. Er hat sich nicht beugen lassen und beharrt auf den Grundwerten des Christentums - für alle Menschen. Ein letztes Foto: Bonhoeffer beim Hofgang. |
Blende in ruhige Einstellung des Gefängnishofs der JVA Berlin-Tegel. Ein Foto, das Dietrich Bonhoeffer beim Hofgang zeigt, 1944 (Bildarchiv). |
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Während die Bomben fallen, denkt Dietrich Bonhoeffer über die Zukunft der Kirche nach: Sprecher2: "Unsere Kirche, die in diesen Jahren nur um ihre Selbsterhaltung gekämpft hat, ist unfähig, Träger des versöhnenden und erlösenden Wortes ... zu sein. Darum müssen die früheren Worte ... verstummen, und unser Christsein wird heute nur in zweierlei bestehen: Im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen." Dietrich Bonhoeffer stirbt am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg - ermordet auf Führerbefehl von einem Sondergericht, kurz vor dem Frieden. |
Archiv Fahrt durch die Trümmer von Berlin 1944 fortgesetzt, Blende in schwarz |
9. Hoffnung und Zweifel
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Am 6. August 1945 endet der Krieg mit einer Katastrophe - und einem Zeichen des kommenen Zeitalters. Über Hiroshima und Nagasaki zündet die amerikanische Armee die ersten Atombomben. Hunderttausende verbrennen in wenigen Sekunden verbrennen. Von nun an ist sie technisch möglich, die Selbstvernichtung der Menschheit, ihrer Geschichte und ihrer Zukunft. |
Archiv Farbfilmmaterial einer amerikanischen Atombombenexplosion, aus dem Abwurfflugzeug (NA NWDNM-18-CS-9550 Nagasaki Burst Color) (dumpfes Donnergrollen) |
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Kirchenglocken läuten den Frieden ein. Der Krieg ist vorbei, die Schrecken werden langsam vergehen. Die Menschen haben lange darauf gewartet. In den Trümmern einer zerstörten Welt suchen sie Tröstung für Verluste, Vergebung der Schuld, Mut für den Neuanfang. |
Archiv Eine Kirchenglocke, nah (Deutsche Wochenschau WIF 30/7 12.45, WIF 133/7 12.47). (O-Ton Kirchenglocke Wochenschau) |
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Die Kirchen finden wieder großen Zulauf. Eine Wallfahrt nach Lourdes. Ehemalige Kriegsgefangene machen ein Gelübde wahr. Eine katholische Frohnleichnamsprozession in Deutschland, mitten in den Trümmern. Die Menschen haben vieles nachzuholen. Es ist eine Zeit der großen Erwartungen - und des Nachdenkens über das Vergangene. |
Archiv Wallfahrt nach Lourdes, Wallfahrer in gestreiften Anzügen der Kriegsgefangenen (Dt.Wochenschau WIF 70/4 9.46), 1946 Archiv Eine Frohnleichnamsprozession in einer zerstörten Stadt (Stadtarchiv München; alternativ Deutsche Wochenschau WIF 59/3 6.46 "Frohnleichnamsprozession in Köln 1946"). |
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1945 verfassen Mitglieder der Bekennenden Kirche das "Stuttgarter Schuldbekenntnis". - "Wir klagen uns an", heißt es dort, "daß wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben." |
Archiv Pastor Niemöller spricht in Diskussion zur Kriegsschuldfrage (Dt. Wochenschau WIF 75/4 11.46). (evt. O-Ton Niemöller aus Wochenschau) Der evangelische Pastor Niemöller, 1946: [ O-Ton unbekannt] . |
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Die Kirche wird wieder Volkskirche - so scheint es. Die Kirchentage sind gut besucht, in der Zeit kurz nach dem Krieg. |
Archiv Katholikentag in Bochum, 1949, im Hintergrund Fördertürme (Dt.Wochenschau WIF 224/1 ).49). Kardinal Frings verliest eine Botschaft des Papstes. (evt. O-Ton Wochenschau) |
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Die zerstörten Städte werden wieder aufgebaut. Die Kirchen richten neue Strukturen auf, organisieren sich. Aber erneuern sie auch das Christentum? Nur wenige fragen ehrlich, wie es zu der Katastrophe kommen konnte. Die Schuldfrage stellen nur die Unschuldigen. Man ist zu sehr beschäftigt, mit Trümmern und Wiederaufbau, mit Währungsreform und Wirtschaftswunder und längst schon mit dem Kalten Krieg. Die Taten der eben vergangen Jahre werden verdrängt und weggeschoben. |
Archiv Trümmerbilder aus Berlin, Wiederaufbau (Landesbildstelle Berlin 299 "Rund um den Bahnhof Zoo" oder Deutsche Wochenschau) Archiv Der Wiederaufbau und die Einweihung von Kirchen (Deutsche Wochenschau WIF 97/3 4.47 "Die zerstörte Paulskirche"; WIF 130/1 11.47 "Richtfest der Paulskirche"). Einzelne Nahaufnahmen von Arbeitern. |
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Eine Trauerfeier: Gedenken an die Toten des Konzentrationslagers Dachau. Das Kreuz als Mahnmal. Ziehen die christlichen Kirchen und die Menschen darin die Lehren aus dem Versagen der Hierarchien? Wird das Christentum den Lasten der Vergangenheit und den Herausforderungen der Zukunft gerecht? Wie sieht sie aus, die Gegenwart des Glaubens? Was wird die Zukunft bringen? |
Archiv Messe in Dachau, ehemalige Häftlinge in gestreiften Anzügen, Weihe von KZ-Gräbern, Trauerfeier, Kreuz als Mahnmal (WIF 240/2 1.50, NA NWDNM-111-ADC-4614 First Religious Services Dachau Germany 5.5.1945) |
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